Fernsehtipps zum Wochenende: Das dynamische Duo Mescal und Pascal im Clinch, Tom Hanks allein unter Piraten

Klaustrophobische Enge in der Tiefe weit unterm Meeresspiegel, weite Schneelandschaften in Grönland, der vibrierende Hexenkessel des römischen Colosseums: Die Filme dieses Wochenendes haben neben (fast) oscarreifen Performances auch grandiose Sets zu bieten.

1 Das Boot – Director’s Cut (Samstag, RBB, 20:15 Uhr)

Lange war Jürgen Prochnow einer der wenigen internationalen Stars aus Deutschland. Anlässlich seines 85. Geburtstags am 10. Juni zeigt der RBB „Das Boot“, mit dem Regisseur Wolfgang Petersen sich und Prochnow den Weg nach Hollywood ebnete. Sechs Oscar-Nominierungen, der Deutsche Filmpreis und die Goldene Leinwand waren der Lohn.

Ursprünglich hatte Petersen die Geschichte des U-Boots U 96, das vom Jäger zum Gejagten wird, als zweieinhalbstündige Fassung fürs Kino sowie als fünfstündige Version fürs TV gedreht. In der Kinofassung war der Film ein rasantes U-Boot-Kriegsspektakel, als Miniserie eher ein episches Psychodrama. Der Director’s Cut vereint beides.

Auf dem Bezahlsender Sky läuft die inzwischen vierte Staffel einer Neuverfilmung mit Rick Oken, der in die Fußstapfen von Prochnow trat. Leider: geschichtsklitterndes Weltkriegs-Historytainment, wie unser Kritiker befand.

2 Momê (Samstag, 3sat, 23:20 Uhr)

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Die arbeitslose Wissenschaftlerin Smilla, die in Grönland aufwuchs, findet den verunglückten Nachbarsjungen tot im Hof ihres Kopenhagener Wohnhauses. Aufgrund der Spuren im Schnee vermutet sie jedoch, dass es kein Unfall war. Ihre Nachforschungen, führen sie bis nach Grönland, wo sie auf die tödliche Wahrheit stößt.

Bille Augusts Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Peter Høeg, der 1997 die Internationalen Filmfestspiele von Berlin eröffnete, wo er im offiziellen Wettbewerb lief, vermochte es zwar kaum, der Komplexität der literarischen Vorlage gerecht zu werden. Wegen seiner eindrucksvollen Bilder eines grauen, menschenleeren Kopenhagens und von Eis und Schnee, einer unkonventionellen Hauptfigur und eines prominenten Ensembles (Vanessa Redgrave, Mario Adorf, Richard Harris und Jürgen Vogel) ist er dennoch sehenswert.

Der Film ist Teil eines 3sat-Thementages zu Skandinavien und dem hohen Norden mit vielen Dokumentarfilmen und dem Robert-Eggers-Wikingerepos „The Northman“ mit Ethan Hawke, Nicole Kidman, Alexander Skarsgård und Anya Taylor-Joy.

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Alle redeten vom Schluss. Von den letzten zwei, drei Minuten. Endlich zeige Tom Hanks wieder, was er könne. Seinen dritten Oscar bekam er für „Captain Phillips“ trotzdem nicht.

Tatsächlich sind die letzten Augenblicke in Paul Greengrass’ exzellentem Thrillerdrama „Captain Phillips“ noch aufwühlender als die aufregenden zwei Stunden davor. Was Terror mit Menschen macht, das hat man selten so eindringlich gesehen.

2009 zitterte die amerikanische Öffentlichkeit mit, als somalische Piraten den Kapitän eines US-Frachters entführten; ein Buch, auf dem auch dieser Film beruht, gibt es längst („A Captain’s Duty“). Auch deshalb ist diese Coda so wichtig: Nicht mit dem Ende der Entführung löst sich die Spannung. Sondern erst danach.

Für die Geschichte des von somalischen Piraten entführten Kapitäns Richard Phillips braucht Regisseur Paul Greengrass („Die Bourne-Verschwörung“) kaum Action, er schafft Spannung mit filmischen Mitteln (Schnitt, Kamera, Rhythmus).

Auf die Ausstrahlung des Spielfilms folgt noch ein Porträt des Ausnahme-Schauspielers Tom Hanks (22:20 Uhr).

5 Gladiator II und I (Sonntag, Pro7, 20:15 Uhr und 23:20 Uhr)

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