Die Konzert-Tipps der Woche für Berlin: Es geht wieder los! Daniel Barenboim in der Waldbühne

Ende Juni stellte das Konzert der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne so etwas wie den Abschluss der Berliner Konzertsaison dar. Da ist es nur allzu passend, dass Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra an gleicher Stelle die neue Spielzeit einläutet.

Zu Ende geht dagegen Young Euro Classic mit weiteren spannenden Konzerten.

Weiterhin mittendrin sind wir in der Open-Air-Saison der Pop- und Rock-Bands. Wir haben Deutschpop, 80er Synth-Pop und Nu Metal im Angebot. Das sind unsere Konzert-Tipps der Woche.

1 Daniel Barenboim, Yo-Yo Ma & West-Eastern Divan Orchestra in der Waldbühne

Daniel Barenboim dirigiert das West-Eastern Divan Orchestra. Barenboim hatte im Februar eine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Das Orchester tritt in der Waldbühne gemeinsam mit dem Pianisten Lang Lang auf, fotografiert am 10.August 2025 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/FUNKE Foto Services
Daniel Barenboim dirigiert das West-Eastern Divan Orchestra in der Waldbühne.

© Funke Foto Services/Maurizio Gambarini

Eigentlich wollte Antonín Dvořák nie ein Cellokonzert schreiben. Er mochte das Instrument nicht. 1895 in New York tat er es dann doch. Herausgekommen ist ein Werk, das als eines der schönsten seiner Gattung gilt. Es spiegelt die Sehnsucht nach der Heimat und die Erinnerung an seine Jugendliebe, die in Böhmen erkrankte und während der Komposition starb.

(FILES) In this file photo French-born Chinese-American cellist Yo-Yo Ma plays during a concert at the Metropolitan Theater in Medellin, Antioquia department, Colombia on May 9, 2019. - Receiving a second Covid vaccine dose is often a cause for celebration and, in one US clinic, legendary cellist Yo-Yo Ma marked the occasion with a surprise recital. Ma was pictured playing the cello while wearing a mask and sitting on a plastic chair at the Berkshire Community College in Massachusetts during his 15-minute observation period after getting the jab on March 13, 2021. (Photo by JOAQUIN SARMIENTO / AFP)
Die irische Harfenistin Siobhán Armstrong eröffnet das Festival.

© siobhanarmstrong.com

Seit zwölf Jahren lädt die Mendelssohn-Gesellschaft zum Festival „The Last Rose of Summer“. Unter künstlerischer Leitung von Judith Ingolfsson (Violine) und Vladimir Stoupel (Klavier) gibt es fünf Lunchkonzerte im Haus der Botschaft von Irland, dem ehemaligen Stammhaus der Mendelssohn-Bank. Zum Auftakt spielt die Harfenistin Siobhán Armstrong frühe Musik Irlands.

Ein Fokus des Festivals liegt auf dem Werk von Komponistinnen wie Fanny Hensel, Clara Schumann und Rebecca Clark. Den Abschluss bildet Brahms Klavierquartett Nr. 1.

Weitere Musiker und Musikerinnen sind Pater Paul Maillet (Klavier), Jesslyn Handoko (Klavier), Sif Margrét Tulinius (Violine), Friedemann Ludwig (Cello), Alan Stoupel (Bratsche) und Christoph Enzel (Saxofon). Das komplette Programm finden Sie unter mendelssohn-remise.de (wei)

3 Sarah Connor

Sarah Connor

Im Zentrum von Connors Oeuvre steht nach wie vor ihre charismatische Stimme, die Volumen und Vulnerabilität verbindet. (wun)

4 Accademia Youth Symphony Orchestra bei Young Euro Classic

Dirigentin Teresa Satalino  - AYSO – Accademia Youth Symphony Orchestra
Orchestral Manoeuvres in the Dark 1982.

© IMAGO/Michael Putland / Retna Pictures / Avalon

Das ist doch mal ein Bandname! Orchestral Manoeuvres in the Dark. Ein Name, der Ambitionen anmeldet, der suggeriert: Hier wird nicht einfach Pop im Dreiminuten-Songformat geboten, hier wird Konzeptkunst im Geiste der großen Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts angestrebt. Konstruktivismus, Bauhaus, Zwölftonmusik. Ein Programm, das sich auch in den abstrakten Albumcovern des britischen Designers Peter Saville widerspiegelte.

OMD trafen mit „Organisation“ (1980) oder „Architecture & Morality“ (1981) den zergrübelten Zeitgeist einer Ära, in der auch andere junge Bands ihren Platten hochtrabende Titel wie „Power, Corruption & Lies“ (New Order) oder „Construction Time Again“ (Depeche Mode) gaben.

Orchestral Manoeuvres in the Dark ist allerdings auch ein Name, der für den alltäglichen Gebrauch arg sperrig ist. Weswegen sie seit jeher parallel das (verkürzte) Akronym OMD verwendeten.

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Nu-Metal-Pioniere aus Kalifornien: Deftones.

© Jimmy Fontaine

Neben den ebenfalls aus Kalifornien stammenden Bands Korn und System of a Down (die vor wenigen Wochen das Olympiastadion zum Beben brachten) zählen auch die Deftones zu den Pionieren des Nu Metal, einer für Einflüsse aus Punk und Hip-Hop offenen Spielart des Heavy Metal. Gegründet 1988 in Sacramento, stiegen die Deftones mit Millionensellern wie „Around the Fur“ (1997) und „White Pony“ (2000) zu den Top-Acts des Genres auf.

Sänger Chino Moreno (vorn) ist einer der expressivsten Metal-Schreihälse, kann aber auch sanft säuseln, wenn es nötig ist. Experimentierfreude und qualitative Konstanz machten die Deftones nicht nur zu Kritikerlieblingen, sondern auch laut „Los Angeles Times“ zu „Gen Z’s favorite heavy rock band“. (wun)