Es geht um die Wurst!: Hape Kerkelings Kino-Comeback und weitere Film-Highlights

Bis hierzulande die Grillsaison wieder eröffnet wird, dauert es wohl noch. In Hape Kerkelings Kino-Comeback „Extrawurst“ geht es bereits jetzt um eben diese. Mahlzeit!

Doch auch für andere Geschmäcker hat die aktuelle Kinowoche wieder einiges zu bieten. Lesen Sie hier unsere Empfehlungen, à la carte und wahlweise vegetarisch.

1 Extrawurst

Im Frieden und im Krieg behält die Einigkeit den Sieg – mit dem Motto hat es Heribert (Hape Kerkeling) weit gebracht, zumindest als ewiger Präsident des Tennisclubs Langenheide. Daran sollte auch die Vereinssitzung nichts ändern.

Heriberts Wiederwahl ist beschlossene Sache, die Planung fürs Sommerfest quasi fertig, wenn es da nicht noch die Sache mit dem Grill gäbe. Der alte tut’s nicht mehr, ein neuer muss her. Der XQ 3010 soll es sein. Mit vier separat beheizbaren Brennern, zwei Grillebenen.

Provinzverein als Ort für gesellschaftliche Debatten

Da können 50 Würstchen gleichzeitig draufbrutzeln. Nur: Was soll dann Erol auf dem Sommerfest essen?

Ausgehend von dieser Frage legte die Bühnenkomödie „Extrawurst“ nach ihrer Premiere am Hamburger Ohnsorg-Theater im Oktober 2019 einen steilen Aufstieg hin.

Die Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob trieben den Streit um Vereinsmeierei, verletzte religiöse Gefühle, um verborgene Animositäten, Vorurteile, Eifersüchteleien und Ressentiments auf die Spitze und machten den Provinzverein zum explosiven Ort für gesellschaftliche Debatten.

Dumm nur, dass seitdem fünf, sechs Jahre vergangen sind, und das Ganze unter der Regie von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) trotz exzellenter Besetzung reichlich verspätet und überflüssig daherkommt.

Ja, die Idee, für Erol (Fahri Yardım), „den Türken“, das einzige muslimische Clubmitglied, einen separaten Grill zu organisieren, obwohl der das selbst gar nicht will, hat was. Hat jetzt, 2026, was für einen Sketch in der „heute show“, aber nicht für fast 100 Minuten mit einigen der besten Darsteller Deutschlands wie Friedrich Mücke oder Christoph Maria Herbst.

Immerhin gibt es das Kino-Comeback von Hape Kerkeling, der, wenn man seinen Mini-Auftritt in „Der Junge muss an die frische Luft“ beiseite lässt, erstmals seit 16 Jahren („Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“) wieder auf der großen Leinwand zu sehen ist. Er hätte einen besseren Film verdient. (Markus Ehrenberg)

2 Silent Friend

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An Sydney Sweeney scheiden sich die Geister. Die einen finden, dass ihre offensiv ausgestellten körperlichen Reize Männerfantasien bedienen; ihre Fans sehen in ihr ein Vorbild für junge Frauen, die selbst über ihr (Körper-)Bild in der Öffentlichkeit entscheiden wollen.

Es ist schwierig, die Satire „The Housemaid“ ohne die Kontroverse um die berüchtigte Jeans-Werbung aus dem Sommer im Hinterkopf zu sehen.

Sweeney spielt Millie, die in ihrem Auto lebt und mit Hornbrille verkleidet für ein Jobinterview bei Nina (Seyfried) vorspricht. Sie soll sich um den Haushalt der labilen Tradwife kümmern, die mit Ehemann (Brandon Sklenar) und Tochter Cecilia (Indiana Elle) in der New Yorker Suburbia lebt.

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Nina entpuppt sich allerdings schon bald als Manipulatorin, während Andrews Blick immer wieder an Millies knappen Oberteilen hängenbleibt.

Komödienregisseur Paul Feig spielt sehr plakativ mit dem Genre des Erotik-Thrillers und dessen reaktionären Frauenbildern. Nicht alle Wendungen überraschen, aber Sweeney und Seyfried beim Overacting zuzusehen, entschädigt für manche dramaturgische Schwäche. (Andreas Busche)

4 Smalltown Girl

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Die erfolgreiche Dirigentin Julia (Marie Leuenberger) wohnt im schicken Apartment und ist verheiratet mit einem netten, ebenfalls erfolgreichen Mann (Hans Löw). Zum kompletten Glück fehlt nur ein Kind, doch bisher hat es mit der Schwangerschaft für die 40-Jährige nicht geklappt.

Doktor Vilfort (wunderbar creepy: Claes Bang), Chef einer Privatklinik, verspricht Erfolg mit seiner neuen Methode. Julia wird tatsächlich schwanger.

Doch bei der Geburt gibt es Probleme, dem Baby fehlt Sauerstoff. Das Klinikpersonal eilt mit dem Neugeborenen davon. Am nächsten Tag taucht es wieder auf, alles scheint in Ordnung.

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Das Paar nimmt das Kind mit nach Hause, Georg geht wieder arbeiten. Julia ist allein mit dem Baby im Luxusloft. Aber es bleibt ein Fremdkörper in ihrem Leben.

„Es ist alles ganz normal“ – das hört Julia immer wieder, postnatale Depression sei behandelbar. Aber sie spürt: Irgendetwas stimmt nicht mit dem Baby. Was ist nach der Geburt wirklich passiert?

Johanna Moder lässt lange viel offen: Wird Julia verrückt, wie es ihr Umfeld, allen voran ihr Mann, empfindet, oder führt Doktor Vilfort Dunkles im Schilde? (Inga Barthels)

6 28 Years Later: The Bone Temple

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