„Wäre heute mehr drin gewesen“: Hammerwerfer Hummel holt Silber

Hammerwerfer Merlin Hummel umarmte erleichtert seine Trainerin Kathrin Klaas und feierte dann mit seinem kleinen Anhang ausgelassen die nächste Silbermedaille bei einer großen Meisterschaft. Der 24-Jährige bewies beim EM-Finale im britischen Birmingham Nervenstärke und holte am zweiten Wettkampftag das dritte Edelmetall für das deutsche Leichtathletik-Team.

Der WM-Zweite von Tokio im vergangenen Jahr warf den Hammer im fünften Versuch 81,30 Meter weit und gewann damit seine nächste internationale Plakette. Vollends zufrieden war der Athlet von Eintracht Frankfurt damit aber nicht. „Wenn ich jetzt kritisch sein würde, dann wäre heute mehr drin gewesen“, sagte Hummel.

Hummel zeigt sich „dankbar“ und „glücklich“

Gold wäre für ihn aber selbst bei einem noch besseren Wurf kaum in Reichweite gewesen. Der Titel ging an den Olympia-Zweiten Bence Halasz mit einer überragenden Weltjahresbestleistung von 84,25 Metern, Bronze sicherte sich der Ukrainer Mychaylo Kochan mit 79,49 Metern. Anders als in Tokio, als Hummel Außenseiter war und ihm ein Überraschungserfolg gelang, tat er sich dieses Mal schwerer.

Athletics - European Athletics Championships - Alexander Stadium, Birmingham, Britain - August 11, 2026
Gold medallist Hungary's Bence Halasz poses after winning the men's hammer throw final with silver medallist Germany's Merlin Hummel and bronze medallist Ukraine's Mykhaylo Kokhan REUTERS/Dylan Martinez
Die Top 3: Kochan (l.), Halasz (m.) und Hummel (r.)

© REUTERS/Dylan Martinez

„Ich bin noch sehr, sehr ruhig, aber sehr dankbar auf jeden Fall und sehr glücklich über dieses geile Finale“, sagte Hummel im ZDF. Bereits am ersten Wettkampftag hatten für Deutschland Yemisi Mabry Bronze im Kugelstoßen und Florian Bremm Silber über 5.000 Meter gewonnen.

Hummel holte die erste EM-Medaille eines deutschen Hammerwerfers seit 2006, als Markus Esser im schwedischen Göteborg Bronze bejubelte. Auf das erste Gold eines Hammerwerfers seit Uwe Beyer 1971, der in Helsinki für die DDR gewann, muss Deutschland aber warten. (dpa)