Im Endspurt: Der 1. FC Union feiert den Erfolg in der Europa League – und freut sich auf das Weihnachtssingen

Es sind mit die größten Namen im Weltfußball: Juventus Turin, Ajax Amsterdam oder der FC Barcelona. Diese ehemaligen Europapokalsieger lernen im Februar möglicherweise das kleine, aber ohrenbetäubend laute Stadion An der Alten Försterei genauer kennen. „Die Namen sind einfach nur Musik in unseren Ohren. Wir freuen uns, egal wer oder was es wird“, sagte Union Berlins Sieg-Torschütze Sven Michel nach dem 1:0 bei Royale Union Saint-Gilloise bei RTL+. Spiele gegen ein solches Kaliber wären für den Klub aus Köpenick die nächste Stufe eines Aufstiegs, dessen Ende immer schwerer abzuschätzen wird.

Die Berliner stehen nun nicht nur an der Spitze der Bundesliga, sondern haben auch in der Europa League den nächsten Schritt gemacht. Bei der Auslosung der Zwischenrunde am Montag (13 Uhr) im Sitz der Uefa in Nyon für die Spiele im Februar sind Größen des europäischen Fußballs mögliche Gegner. Neben Ajax, Juve und Barca kommen Sporting Lissabon, Schachtjor Donezk oder der FC Sevilla infrage. Ein Duell mit RB Salzburg hätte aufgrund der strikten Ablehnung des „Konstrukts“ durch Unions Anhang und den Klub eine besondere Brisanz.

„Natürlich hat man ein paar von den Namen schon mal gehört, die jetzt dabei sind“, kokettierte Abwehrspieler Robin Knoche auf Barcelona angesprochen. „Aber im Endeffekt nehmen wir das, was kommt. Ich glaube, das sind alles schöne Reisen.“ Die dürfte dann auch für die Berliner Fans wieder etwas unbeschwerlicher und ein Höhepunkt werden. Für das Spiel in Belgien hatte Union wegen vorheriger Verfehlungen einiger Anhänger in Malmö keine Tickets verkaufen dürfen. Dazu sprach die Stadt Leuven ein Betretungsverbot für Berliner Fans aus. Eine Klage dagegen blieb erfolglos.

Fußballerisch war der Erfolg in Belgien kein Leckerbisse

Doch ließen sich einige Unioner davon nicht abhalten und traten die Reise gen Westen auf eigene Faust an. Rund 150 von ihnen schafften es auch ins Stadion. Ihre Gesänge waren in Halbzeit zwei deutlich zu vernehmen, auch wenn ein großer Teil der Berliner schon vor dem Abpfiff aus dem Stadion gebeten wurde.

Fußballerisch war der Erfolg in Belgien kein Leckerbissen. Es war ein hart erkämpfter Arbeitssieg. Wie schon bei den drei Siegen in Serie zuvor in der Europa League gab es ein 1:0. „Wir mussten bis zum Ende leiden und auch ein bisschen zittern“, sagte Trainer Urs Fischer. „Es war sehr intensiv. Ich war nach 60 Minuten stehend K.o.“, sagte Michel. Doch auf seine Mentalität kann sich Union immer verlassen. Das Spiel sei eine „Achterbahnfahrt“ gewesen, fand Fischer. Nach der frühen Führung durch Michel habe es Phasen großer Hektik, aber auch gute Phasen seiner Mannschaft gegeben.

Doch auch beim Schweizer war die genaue Analyse angesichts des Erreichten erst einmal zweitrangig. „Ich bin einmal mehr überglücklich, was die Mannschaft heute geleistet hat“, sagte der 56-Jährige . „Es ist ein Wahnsinn, mehr geht nicht“, sagte er über die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre. Bevor man sich am Montag mit Lostöpfen beschäftigt, will der Klub am Sonntag seine Tabellenführung in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen verteidigen (15.30 Uhr/Dazn). E

s ist die letzte von sechs Englischen Wochen in Folge, bevor anschließend die lange WM-Pause beginnt. Drei Spiele stehen für Union noch aus und auch wenn sie nicht viel an der überragenden Zwischenbilanz ändern werden, ist der Anreiz groß. Mit drei Siegen würden die Berliner nicht nur in der Europa League überwintern, sondern auch an der Bundesligaspitze. Was auch für besonders gute Stimmung beim Weihnachtssingen sorgen dürfte, das nach zwei Jahren Coronapause am 23. Dezember wieder stattfinden soll. (dpa)

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