Harry Styles, Bonnie „Prince“ Billy, Deutsche Laichen und Morrissey: Die Alben der Woche im Soundcheck

Bonnie „Prince“ Billy: „We Are Together Again“(Domino)
Ein politisches Album hat Will Oldham, der sich und seine Mitmusiker hinter dem Pseudonym Bonnie „Prince“ Billy verbirgt, in den über drei Jahrzehnten seiner Karriere noch nicht gemacht. Aber „We Are Together Again“ ist ganz sicher eine Reaktion auf die Zeit, in der wir leben, auf Angst und gesellschaftliche Zersetzung. Ein dunkles Album, das mich an Großwerke wie „Master And Everyone“ (2003) und „The Letting Go“ (2006) erinnert und ebenso wie diese dem Unausweichlichen ins Auge sieht, dem man nur mit Liebe und Zusammenhalt trotzen kann. Maik Brüggemeyer, Rolling Stone
Deutsche Laichen: Punk ist scheiße, Punk ist geil (Pretty On The Inside)
Nicht einmal der Punk kennt 2026 noch einfache Parolen – so entlastend sie manchmal wären. Für eine queer-feministische Band in einer männerdominierten Szene wären sie ohnehin untypisch. Schon seit ihrem Debüt 2019 pöbeln die Deutsche Laichen gegen Mackertum und Queerfeindlichkeit. Auch auf dem Nachfolger bleibt der Ton konfrontativ und selbstironisch, richtet sich nun aber stärker auf die eigene Szene. Der Dauerkrisenmodus der Welt macht auch vor ihr nicht Halt.
Die Band antwortet darauf in einem Spannungsfeld aus Härte und Verletzlichkeit, Ironie und Ernst, in rumpeligen Zwei-Minütern ebenso wie in einer überraschenden Pianoballade. Die von Moses Schneider produzierte Platte wirkt wie eine Momentaufnahme der Punkszene aus Millennial-Perspektive, und macht spürbar, was diese Zeit verlangt: Ambivalenzen auszuhalten. Sandra Gern, freie Musikjournalistin
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Harry Styles: „Kiss All The Time. Disco, Occasionally” (Sony)
Vier Jahre sind eine lange Zeit im Pop: Einige Harry-Styles-Ultras hatten schon Angst, dass ihr Idol der Musik ganz den Rücken kehren würde. 2022 veröffentlichte der britische Popstar „Harry’s House“, mit dem er den Grammy für das Album des Jahres gewinnen und 22 Monate auf Tour gehen sollte. Danach nahm er sich eine Auszeit, wurde in verschiedenen Städten Europas fotografiert, lief Marathons und feierte angeblich im Berghain – sein neues Album hat er unter anderem in den Berliner Hansa Studios aufgenommen.
Die Debütsingle „Aperture“ hört sich eher nach einem Bar-25-Sommertag in den Nullerjahren an als nach hartem Techno. Funky, gut gelaunt und tiefenentspannt, das sind die Vibes für diese neue Harry-Styles-Ära. Inga Barthels, Tagesspiegel
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