Muschel-Pavillons, schwebende Häuser: Smiljan Radić erhält Pritzker-Architekturpreis
Der renommierte Pritzker-Architekturpreis geht in diesem Jahr an den chilenische Architekten Smiljan Radić. Sein Werk bewege sich an der Schnittstelle von Unsicherheit, Materialexperimenten und kultureller Erinnerung und stelle die Zerbrechlichkeit über jeden unberechtigten Anspruch auf Gewissheit, heißt es in der Jurybegründung. Die Auszeichnung gilt als der Nobelpreis der Architektur.
Zu den zentralen Werken Radić’ gehören etwa der temporäre „Serpentine Pavillon“ in London 2014 – eine halbtransparente, ovale Struktur, die einer Muschel ähnelte und auf großen Felsblöcken ruhte. Oder ein in die Felslandschaft an der chilenischen Pazifikküste gebautes Wohnhaus (Casa Pite), das teilweise in der Luft zu schweben scheint. „Seine Gebäude wirken schützend, nach innen gerichtet und achten auf die menschliche Zerbrechlichkeit“, hieß es in der Mitteilung zu dem Preis.

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Dem Sender NPR sagte der Preisträger: „Es ist eine große Ehre. Und möglicherweise wird es in naher Zukunft auch ein wenig Kopfschmerzen bereiten, da es wahrscheinlich bedeuten wird, dass ich viel mehr im Rampenlicht stehen werde, als mir lieb ist.“ Laut der renommierten Architektur-Website „ArchDaily“ hat Radić bereits mit 14 Jahren seine Begeisterung für die Architektur entdeckt.
Einem Bericht der New York Times zufolge hat sich die Bekanntgabe des Preisträgers aufgrund von Enthüllungen über die Verbindung zwischen Tom Pritzker und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verzögert. Pritzker ist Sohn der Gründer der Stiftung, die den Preis vergibt. (dpa)