Autismus in der Popkultur: „Damit hat Hollywood einen riesigen Schaden angerichtet“

Herr Merkl, in ihrem Buch „Total Strangers“ beschäftigen Sie sich mit der Darstellung von Autismus in der Popkultur. Seit wann beschäftigt Sie das Thema?
Ich bin selbst von Autismus betroffen und habe meine Diagnose erst sehr spät erhalten. Dieses Schicksal teilen viele Menschen aus der 60er-Jahre Generation. Zu der Erkenntnis, tatsächlich von einer hochfunktionalen Form des Autismus betroffen zu sein, kam ich erst durch Hinweise von Menschen in meinem Umfeld, die Parallelen zwischen mir und popkulturellen Charakteren mit autistischen Wesenszügen erkannten. Vor zwei Jahren habe ich dann mein erstes Buch mit dem Titel „Die unglaubliche Welt genialer Menschen mit Autismus“ herausgebracht. Darin geht es um berühmte historische Figuren, die vermutlich ebenfalls auf dem Autismus-Spektrum zu verorten sind – denken Sie an Beethoven, Marie Curie oder Thomas Jefferson. In meinem neuen Buch beschäftige ich mich hingegen mit fiktiven Charakteren, welche unser gesellschaftliches Bild von Autismus maßgeblich prägen.