Zu heiß in Berlin fürs Nichtstun?: Frische Kulturtipps für die Hitzewelle

Wir gehen jetzt mal davon aus, dass Sie geschäftsfähig sind. Und sparen uns deswegen Ratschläge zum aktuellen Thema Nummer eins. Fakt ist: Am Wochenende wird es bullenheiß und Sie müssen sehen, wie Sie klarkommen.

Ob Sie sich fit fühlen für ein Straßenfest mitten in Kreuzberg oder lieber durchs klimatisierte Museum streunen, können nur Sie entscheiden.

Einige Veranstalter haben schon Konsequenzen gezogen: Das große Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz (90 Verlage, 28 Buchhandlungen, 100 Stände, über 60 Autor:innen) wurde am Donnerstag quasi in letzter Minute abgesagt.

Wir liefern Ihnen hier diverse Optionen – machen Sie das Beste daraus, wünscht Ihnen, schwitzend, Ihr Ticket-Team!

1 Laut und proud in Lichtenberg

Die Musikerin Suli Puschban _comic_pressebild_4_anja_mey_668x376-crop.jpg
Schluss mit Stereotypen: Die Kreuzberger Liedermacherin Suli Puschban lässt es in der Kindermusik krachen.

© Anja Mey

Im Frühling erzählte der schöne Kinofilm „Denn dieses Leben lebst nur du“ von queerem Leben in der Provinz; den Protagonist:innen wird da gern mal nahegelegt: „Geh‘ doch in die Großstadt!“

Tja, aber auch in der großen Stadt können sich Queers leider nicht überall und jederzeit sicher fühlen. Das kann nicht so bleiben, finden die Macher:innen der „Queeren Kunst- und Kulturtage Lichtenberg“ und streuen jetzt bereits zum fünften Mal mit beiden Händen Glitzer in den Osten der Stadt.

Grüne Oasen für den Büroalltag: Das Bürogebäude Aera der Firma Bauwens auf der Mierendorffinsel in Charlottenburg.

© Max Kissler/Bauwens

Noch ein Bürogebäude mit einer gleichförmigen, rasterartigen Fassade? Noch eine Baustelle, die sich ewig verzögert?

Dass die Berliner:innen zu jedem Tag der offenen Tür oder Baustellenbesichtigung die Bude stürmen und doch so viel schlechte Architektur vorgesetzt bekommen, beschreibt eine Krise der Baukultur. Dabei würden Architekt:innen auch gerne anders planen.

Beim „Tag der Architektur“ kann man gebaute Visionen wie einen 2.200 Quadratmeter großen Dachpark entdecken, oder in Architekturbüros über Zirkuläres Bauen und Ideen gegen die Wohnungsnot diskutieren.

Die Ateliers liefern zugleich eine Vorstellung davon, wie eine schöne Arbeitsumgebung aussehen könnte. (ipa)

3 Kostproben aus der Berliner Theaterwelt

Ein Sommerfest mit illustren Gästen: von der Staatsoper über Grips, RambaZamba, Shakespeare Company und Deutsche Oper bis zur Schaubude und den Berliner Symphonikern.

Für einen halben Tag kommen sie alle mit Sack und Pack nach Wilmersdorf und zeigen auf der neuen Open-Air-Bühne im Garten Ausschnitte aktueller Produktionen. Ein Kinderprogramm gibt’s auch.

Gastgeber ist Kulturvolk, ein Verein mit langer und wechselvoller Geschichte. Heute bietet er seinen Mitgliedern vor allem Orientierungshilfe in der Kulturlandschaft Berlins und Brandenburgs und ermäßigte Eintrittskarten. (ans)

4 „Speak-Dating“ am Goethe-Institut

Nur verwenden bei Berichterstattung über das Sprachfest des Goethe Instituts zum 75. Jubiläum
Frontfrau Tiger Lilly Marleen bringt mit ihrer Band „Bonsai Kitten“ die Kreuzberger:innen zum toben.

© Christoph Mangler

Selbstbewusst nennt sich die dreitägige Sause „Berlins schönstes Straßenfest“. Auf alle Fälle ist es eines mit langer Geschichte: 1994 als Bergmannstraßenfest gestartet, sind die Macher:innen jetzt im 32. Jahr.

Geboten werden, inzwischen auf der Kreuzbergstraße, drei Bühnen, 45 Bands und 80 Stände. Das musikalische Angebot reicht von Jazz über Hip-Hop bis Electro.

Besonders hörenswert: Deftiger Heavy Metal-Blues von Bonsai Kitten (Fr 20:30 Uhr, Bühne Mehringdamm).

Erstmals wird – Kulturschaffende brauchen in diesen Zeiten jeden Cent – nach den Konzerten um Spenden gebeten. (ans)