Kinostarts der Woche: Wer hat den Schäfer auf dem Gewissen?

Määäh! Die Aufregung ist groß, nachdem der Schäfer tot auf der Weide gefunden wird. Doch die Herde nimmt schon bald die Ermittlungen auf– wobei sie den menschlichen Kolleg:innen immer ein paar Hufbreit voraus zu sein scheinen („Glennkill – Ein Schafskrimi“).

Außerdem: Maximilian Brückner als ur-bayrischer Lederhosen-Engel („Ein Münchner im Himmel“) und eine unerhoffte Begegnung im Leben eines Halbwaisen („Andor Hirsch“). Was diese Woche ansonsten sehenswert ist, lesen Sie hier.

1 Glennkill – Ein Schafskrimi

Gemächlich grasen die Schafe auf der grünen Weide. Den Tieren geht es gut bei Schäfer George Hardy (Hugh Jackman). Abends, wenn die Sonne malerisch über der Wiese untergeht, liest er den Schafen aus einem Krimi vor.

Hardy ahnt nicht, dass die blökenden Tiere auf dem Rückweg in den Stall lebhaft über die Auflösung des Kriminalfalles diskutieren. Denn sie verstehen jedes Wort, das die Menschen sagen, während diese das tierische Meckern nicht entschlüsseln können.

Mit „Glennkill – Ein Schafskrimi“ hat die deutsche Autorin Leonie Swann dem Genre eine neue Variante abgerungen, indem sie die Titeltiere nicht nur sprechen, sondern auch ermitteln ließ. Nun hat Regisseur Kyle Balda („Minions“) den wolligen Stoff fürs Kino adaptiert.

Am Morgen liegt der Schäfer vor seinem Wohnwagen mausetot im Gras. Der Kreis der Verdächtigen ist groß. Schließlich hatte sich Hardy mit fast jedem Dorfbewohner verkracht.

Als Anwältin Lydia (Emma Thompson) das Testament verkündet, stellt sich heraus, dass der Schäfer ein Millionenvermögen hinterlässt. Damit fällt der Hauptverdacht auf Tochter Rebecca (Molly Gordon), die in der Nacht des Mordes aus den USA angereist ist.

Der junge Dorfpolizist Tim (Nicholas Brown) ist mit seinem ersten Mordfall sichtlich überfordert. So ist es Sache der Schafe, den Fall zu lösen. Es zeigt sich: Nicht nur in der Detektivarbeit kann der Mensch vom Schaf noch etwas lernen. (Martin Schwickert)

2 Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang

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Budapest, 1957: Der Zweite Weltkrieg ist noch im kollektiven Gedächtnis, der ungarische Volksaufstand gegen die sowjetische Besatzung vor einem Jahr gescheitert. Die Bevölkerung ist traumatisiert, die Stadt immer noch größtenteils zerstört.

Mitten in dieser in düsteren Sepiatönen gefilmten Kulisse lebt der zwölfjährige Jude Andor, der im Waisenhaus aufgewachsen ist und nun mit seiner verschlossenen Mutter zusammenlebt.

Seinen Vater hat er nie kennengelernt – er wurde von den Nazis in einem Lager umgebracht, erzählt die Mutter. Doch dann steht eines Nachts ein Mann in der Tür: ein grobschlächtiger Metzger, der behauptet, Andors Vater zu sein. Was ist die Wahrheit?

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Nachdem die spannende Ausgangslage, die László Nemes („Son of Saul“) für seinen dritten Film gewählt hat, bald erzählt ist, zieht sich die Handlung und verläuft sich in langen Bildsequenzen, die zwar die Atmosphäre nachdrücklich illustrieren, aber die Figuren auf Distanz halten.

Obwohl man seine innere Zerrissenheit fühlt, nutzt sich Andors eindringliches Starren nach einiger Zeit ab, und man wünscht sich etwas mehr Tempo. (Emma Rotermund)

4 Palästina 36

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Erinnern Sie sich an alle Filme, die Sie in Ihrem Leben gesehen haben? Glückwunsch, die Rezensentin nämlich nicht.

Aber auf jeden Fall an die ersten: „Bambi“ und „Cap und Capper“, animierte Tierfilme aus dem Hause Disney.

In beiden passieren schreckliche und große Dinge (die jeweilige Mutter der Hauptperson stirbt, ein fieser Waldbrand, monströse Fallen, die Protagonisten entdecken die Liebe und werden erwachsen). Das schafften die Crews in 68 bzw. 83 Minuten.

Dieses abgefilmte Pixibuch kostet 78 Minuten Lebenszeit, und die Handlung lässt sich in genau einem Satz zusammenfassen: Conni und zwei Freunde finden einen verletzten Kranich, der nach ein paar Problemchen wieder in die freie Wildbahn kann.

Garniert wird das wie in der Buchreihe mit allerlei lehrreichen Botschaften, so bräsig und lahm erzählt, dass wirklich nur tierliebe Kids im Kita- und frühen Grundschulalter Spaß daran haben können. Man hofft einfach, dass sie zu Hause noch ein paar subversivere Sachen vorgelesen bekommen.

Okay, der zweite „Conni“-Film tut niemandem weh und beschert keine Albträume. Aber unter Garantie wird sich in 40 Jahren niemand mehr an diesen Kinobesuch erinnern. (Antje Scherer)