Eisbären besiegen die Haie 5:4: Zwischen Halligalli, Kampf und Kunst

Die Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) geht in den Endspurt. An sich ist der 39. Spieltag nicht unbedingt ein Zeitpunkt, an dem es noch nur im Ansatz um gute Unterhaltung mit einer deftigen Prise Halligalli geht, denn schließlich „beißen und kratzen dann alle Teams“, wie Eisbären-Stürmer Marcel Noebels vor dem Heimspiel der Berliner gegen die Kölner Haie sagt es. Es geht ja um viel, um den Klassenerhalt unten in der Tabelle und um eine gute Platzierung vor den Play-offs für die Teams aus oberen Regionen.

Das Spiel der Eisbären am Freitag war allerdings trotz der Situation beider Teams von hohem Unterhaltungswert. Nicht nur, weil Stadionsprecher Uwe Schumann vor Beginn des letzten Drittels schon verzweifelt oft rief: „Ein Eismeister aufs Eis!“ Der Herr kam aber schließlich doch aufs Eis und vor 14.200 Zuschauenden in der Mercedes-Benz-Arena schien der Tabellenzweite aus Berlin gegen den Tabellenfünften aus Köln das Geschehen gegen Ende des ersten Drittels nach Toren von Tobias Eder und Marcel Noebels im Griff zu haben.

Dann aber gab es drei Kölner Tore in Serie und schließlich doch wieder den Ausgleich zum 3:3 durch Leo Pföderl. Zach Boychuk traf dann für die Berliner und Maximilian Kammerer zum 4:4 für die Kölner und es ging in die Verlängerung und dort gelang Manuel Wiederer schon nach 19 Sekunden der Treffer zum 5:4 (2:0, 1:3, 1:1/1:0)-Erfolg der Eisbären. Somit bleiben die Berliner nach 39 Spielen auf Rang zwei.

An sich machten die Kölner Haie mit Spielbeginn vieles richtig. Sie hatten das Geschehen im Griff, erspielten sich viele Chancen und belegten dabei allerdings eindrucksvoll, dass ihnen in dieser Saison wieder ein Stück zu einem absoluten Spitzenteam fehlt. Denn sie provozierten nur ein paar „Boahs“ auf den Rängen, jubelten aber nicht einmal und so stand es fast bis Ende des ersten Drittels 0:0.

Das mit dem Toreschießen konnten die Eisbären zunächst einfach besser, im ersten Berliner Überzahlspiel lief es dann mal so richtig rund bei den Berlinern und Tobias Eder traf sehenswert zum 1:0. 30 Sekunden später legte Marcel Noebels dann nach einem Konter nach für die Gastgeber, die das Spiel mal schnell an sich gerissen hatte. Torschütze Noebels sagte später: „Ehrlich gesagt war Köln in den ersten zehn Minuten klar besser, erst mit dem Powerplay lief es bei uns.“

Nach dem ersten Powerplay lief es bei uns.

Eisbären-Torschütze Marcel Noebels

Absurderweise schossen die Kölner dann im zweiten Drittel ein Tor, als die Eisbären das Spiel im Griff hatten. Und nicht nur das. Nach dem Abstauber durch Carter Proft legte Stanislav Dietz nach. Nur 77 Sekunden hatten die Kölner gebraucht, um aus dem 0:2 ein 2:2 zu machen.

Und es kam noch finsterer für die Eisbären. Lean Bergmann erlebte im zweiten Drittel nach wochenlanger Verletzungspause den unglücklichen Höhepunkt seines Comebacks, kurz nachdem Bergmann auf die Strafbank musste, brachte Justin Schütz die Kölner im Powerplay 3:2 in Führung; was die Eisbären aber ganz flink im eigenen Überzahlspiel korrigieren konnten. Leo Pföderl glich zum 3:3 aus. Interessanterweise war es erst das achte Saisontor des Torjägers im 39. Spiel, aber Pföderl profiliert sich derzeit mehr im Geben von Vorlagen.

Zach Boychuk brachte die Eisbären nach einem Kölner Abwehrfehler und einer Spitzenvorlage von Noebels im letzten Drittel wieder in Führung. Danach ging es dann etwas rustikaler auf dem Eis zu, und als die Eisbären schon auf dem Weg zu drei Punkten schienen, glich Maximilian Kammerer doch noch für die Haie zum 4:4 aus.

Wir sind zufrieden mit dem Punkt.

Kölns Trainer Uwe Krupp

Es ging also in die Verlängerung, die das Spiel auch verdient hatte. Manuel Wiederer rundete die Verlängerung mit einem schönen Schuss ins von Tobias Ancicka gehütete Kölner Tor zum Berliner Sieg ab.