Der Katastrophenfilm „Last Breath“ auf Wow: Nichts für Klaustrophobiker
Der junge Chris Lemons (Finn Cole) freut sich auf seinen nächsten Auftrag als „Sättigungstaucher“ vor der Küste Schottlands, um Pipelines am Meeresgrund zu warten. Für die geplanten 28 Tage auf hoher See begleiten ihn der erfahrene Duncan (Woody Harrelson) und der zurückhaltende, aber professionelle Dave (Simu Liu).
Lemons’ Verlobte (Bobby Rainsburg) lässt ihn nur widerwillig aufbrechen. Trotz eines heftigen Sturms über der Nordsee-Baustelle steigen die drei mit ihrer Tauchglocke in 90 Meter Tiefe hinab. Plötzlich versagt das Schiffssystem. Der Tauchgang muss abgebrochen werden.
Dave kann sich in Sicherheit bringen, bei Chris reißt die Versorgungsleine. Er bleibt auf dem Meeresgrund zurück, nach zehn Minuten geht der Notfall-Sauerstoff im Helm zur Neige. Während die Zeit gnadenlos gegen ihn läuft, kämpft sein Team über Wasser unter extremem Druck und hohem Wellengang darum, eine riskante Rettungsaktion zu koordinieren.
Der britische Spielfilm „Last Breath“ (WOW) ist nach seiner Kinoauswertung 2025 in diesen Tagen einer der Streamingfavoriten. Er zeigt eine unglaubliche Arbeit von Sättigungstauchern. Bevor sie ihrer Tätigkeit in großer Tiefe nachgehen, werden sie in einer Druckkammer auf Arbeitsdruck komprimiert und verbringen anschließend mehrere Tage in einem unter Druck stehenden Lebens- und Arbeitssystem. Der Film schildert eine Rettungsaktion im verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit nach einer wahren Begebenheit aus 2012, packend inszeniert mit eisig-klaren Bildern und anschwellendem Soundtrack.
Die Tiefsee ist im Film ja längst mehr als nur Kulisse – sie wird selbst zum Gegenspieler. Enge Räume, absolute Isolation und die permanente Abhängigkeit von Technik sorgen für eine Spannung, die unter die Haut geht.
„Last Breath“ ist ein Beweis für die These, dass Katastrophenfilme dann besonders wirkungsvoll sind, wenn sie auf Tatsachen beruhen. Und schön auch, dabei mal wieder Woody Harrelson zuzusehen, wie er sein Unverwüstlichkeits-Image pflegt. Er spielt Duncan, den ältesten und erfahrensten der Taucher.
Eine Geschichte über Überleben, Liebe und Opferbereitschaft – und darüber, wie weit wir für die Menschen gehen, die uns am Herzen liegen. Auf das Wesentliche reduziert, fesselnd, sehr nervenaufreibend, und vor allem nichts für Klaustrophobiker.
Man weiß nicht, was man an dem Film am Ende mehr bewundern soll: Wie Chris 20 Minuten ohne Sauerstoff überleben kann, plötzlich in der Dunkelheit des Ozeans gestrandet, ohne Verbindung zur Oberfläche, oder dass sich Menschen überhaupt für Wochen in eisiger Tiefe in eine Tauchglocke begeben.