Tag 7 der Berlinale: Macht Filme, macht Babys!
Bei den Olympischen Winterspielen sind die Kondome alle. Bei der Berlinale haben sie einen anderen Plan. „Ich wünsche mir, dass es viele neue Babys nach diesem Jahrgang gibt“, ruft Berlinale-Chefin Tricia Tuttle der johlenden Menge zu, die sich an festlich gedeckten Tischen zuprostet: eine ukrainische Regisseurin neben einem kanadischen Produzenten neben einer japanischen Drehbuchautorin. Die „Berlinale Talents“ sind ein Treffpunkt der jungen Filmwelt der Zukunft – und für das Dinner im glitzernd beleuchteten Tipi-Zelt am Kanzleramt hat man sich etwas Besonderes ausgedacht: Nach jedem Essensgang sollen alle ihre Plätze wechseln. Der letzte Gang geht dann wohl aufs Hotelzimmer.
„Kennst Du das Konzept der Twin Flames?“, fragt mich eine peruanische Regisseurin, neben der noch ein Platz frei war. „Das sind verwandte Seelen, die eine intensive Anziehung verbindet.“ Francesca, so heißt sie, erzählt, dass sie schon einmal solch eine Seele von Mann getroffen habe. „Am Anfang ist alles in mir explodiert, aber dann mussten wir uns trennen – es war zu intensiv.“ Klingt nach meiner On-Off-Beziehung zur Berlinale.
Jede Begegnung im Leben ist ein Kurzfilm mit offenem Ende. Die weite Welt hier im Zelt ist voll davon. Beim nächsten Gang sitze ich neben Phillip Leteka. Der 37-Jährige ist nahezu der einzige Filmemacher in Lesotho. „Meine Mutter versteht gar nicht, was ich tue“, erzählt er und muss lachen. „Sie sagt immer: Hör endlich auf zu spielen.“ Aber wer will das schon auf einem Filmfestival, dessen Chefin die Menge weiter anfeuert: „Lernt Euch kennen, macht was draus!“
Tag 1 der Berlinale In der Höhle der Eisbären Tag 3 bei der Berlinale Berlin zeigt Brust Tag 5 bei der Berlinale Der Bär muss was essen