Mountain Goats, Hana Stretton, Domi & JD Beck, Man/Woman/Chainsaw: Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Musikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor. Diese Woche mit den folgenden Platten:
The Mountain Goats: Days (Cadmean Dawn Records)
Die Mountain Goats sind eine sehr produktive Band. Nun erscheint „Days“, ihr 24. Studioalbum seit 1994. Der Singer-Songwriter John Darnielle hat die Indie-Folkgruppe in Kalifornien gegründet und die ersten Platten allein auf einem Panasonic-Kassettenrecorder aufgenommen.
Später kamen andere Musiker:innen dazu, die Band wurde professioneller und zog nach North Carolina. „Days” zieht nun eine Zwischenbilanz. Die Songs erzählen von monatelangen Touren, von Träumen, Freundschaft, Liebe und Drogen. Manchmal nostalgisch, oft hymnisch. Christian Schröder, Tagesspiegel
Hana Stretton: Tiarn (Self Release)
Die Australierin Hana Stretton hat ihr zweites Ambientalbum „tiarn“ zu alten Homevideos aufgenommen. Verwackelte Aufnahmen, die noch vor ihrer Zeit entstanden sind, lenkten das Projekt aus tausenden Naturaufnahmen in erste Bahnen. Das rauschende Meer, das Stretton bei der Produktion des Albums quasi umgab, verfeinerte dann die Vision.
Aus Feldaufnahmen und unzähligen Instrumentenschnipseln entstand der zarte, weiche Klang von „tiarn“. Nur manchmal hört man auf dem Album den fernen Gesang der Musikerin. Manchmal begleitet sie ein Chor, immer begleitet sie die Wärme einer knisternden Produktion voll minutiöser Hingabe. Rosalie Ernst, „Zwischen zwei und vier“
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Man/Woman/Chainsaw: Cannonball (Fiction)
In der alten Popwelt wäre einer neuen Band aus London mit NME-Titel im Rücken und einem Plattenvertrag mit dem „Cure-Label“ Fiction Records auf Anhieb weltweite Aufmerksamkeit gewiss gewesen, in der Algorithmus-Popwelt heutiger Prägung kennt nicht einmal ihre deutsche Plattenfirma die Indie-Kunstpop-Band mit dem bescheuerten Namen.
Das macht sie natürlich nicht weniger interessant: Ähnlich wie English Teacher und The Last Dinner Party gehört Man/Woman/Chainsaw jener Generation junger britischer Musiker:innen an, die während der Pandemie die Freude des Musizierens in Bands mit Instrumenten wiederentdeckt hat. Die Stimme des Sängers und Gitarristen Billy Ward erinnert an den jungen Nick Cave, die der Sängerin und Bassistin Vera Leppänen an Florence Welch, es ist üppig, orchestral, vielstimmig. Torsten Groß, Moderator
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