Kinotipps der Woche: Paul Mezcal in „Hamnet“ – war Shakespeare ein schlechter Vater?

In drei Wochen dreht sich mit der Eröffnung der Berlinale alles ums Kino, das Programm steht bereits. Bis dahin darf noch fleißig ins Kino gegangen werden. Es lohnt sich, auch abseits von roten Teppichen.

Hier lesen Sie, was in dieser Woche sehenswert ist.

1 Hamnet

Die ungebärdige Falknerin und Heilerin Agnes (Jessie Buckley) und der tintenfingrige Schreiberling Will (Paul Mescal), den sein gewalttätiger Vater für einen nutzlosen Esser hält, sind zwei Außenseiter, die sich in einem Flecken namens Stratford-upon-Avon gerade deswegen finden.

Zumindest, wenn man Filmemacherin Chloé Zhao glaubt, die in ihrem intensiven Drama „Hamnet“ die Perspektive von Shakespeares Ehefrau und Kindern in den Mittelpunkt stellt.

Agnes ist es, die Will trotz der Ablehnung seiner künstlerischen Ambitionen durch die Eltern ermuntert, am Schreiben festzuhalten und auf der Suche nach Aufführungsmöglichkeiten allein nach London zu gehen. Sie versteht ihn, so wie er versteht, dass sie allein durch den Wald streift und ihre Töchter in der Kräuterlehre unterweist.

Er wiederum bringt Hamnet (Jacobi Jupe), der Schauspieler werden möchte, den Schwertkampf bei. Ein Paar auf Augenhöhe, das eine innige Beziehung zu den Kindern pflegt, das ist Gegenwart und nicht elisabethanisches Zeitalter, und trotzdem glaubwürdig und faszinierend.