„Keinerlei Beschwerden wegen Belästigung“: Ex-„Welt“-Chef Burgard wehrt sich gegen internationale Medienberichte

Der kürzlich zurückgetretene „Welt“-Chefredakteur Jan Philipp Burgard wehrt sich gegen deutsche und internationale Presseberichte über ein mögliches Fehlverhalten. „Die von diversen Medien verbreiteten Gerüchte, dass gegen meinen Mandanten bei Axel Springer Beschwerden wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vorliegen, sind nachweislich falsch“, teilte Burgards Anwalt am Montag auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Ich werde für meinen Mandanten mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Verleumdungskampagne vorgehen.“

Auch das Medienhaus Axel Springer wies die Berichte zurück. „Wir sind den Hinweisen auf ein angebliches Fehlverhalten sofort nachgegangen. Diese Hinweise haben sich nicht erhärtet“, sagte ein Sprecher am Montag. „Bis heute liegen Axel Springer keinerlei Beschwerden gegen Jan Philipp Burgard wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vor.“

Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen

Burgard hatte in der vergangenen Woche überraschend seine Funktionen mit sofortiger Wirkung niedergelegt und dies mit gesundheitlichen Problemen begründet. So habe der 41-Jährige auf dem Rückflug aus dem Urlaub im Januar einen „schweren körperlichen Zwischenfall“ erlitten, schrieb er bei LinkedIn.

Unter anderem die „New York Times“, das Medienportal „Medieninsider“ sowie die Rechercheplattform „Correctiv“ berichteten nun aber von einem möglichen Fehlverhalten Burgards am Rande einer Weihnachtsfeier, das letztlich zur Trennung geführt habe. Burgard sei im Zuge der internen Untersuchung ein Rücktritt nahegelegt worden, schrieb etwa die „NYT“. Nachfolger Burgards wird Helge Fuhst, zuletzt Leiter der Redaktion Tagesthemen bei der ARD. (dpa)