Eros Ramazzotti kommt nach Berlin: Wo man noch „Schmusesänger“ sagen darf

Das Internet kann so fies sein. Wer „eros ramazzotti nasal“ eingibt, muss sich als ersten KI-Vorschlag „Welche Krankheit hat Eros Ramazzotti“ gefallen lassen, dann ploppt ein Reddit-Thread auf. „Er klingt, als hätte er eine chronische Grippe“, ist dort zu lesen, und „eine Stimme wie 1000 sterbende Katzen, zu feinem Pulver gemahlen, mit Pfefferspray in deine Augen geblasen – und dann trittst du auf ein Lego-Teil: Das ist Ramazzotti“.

Gibt es ein Ramazzotti-Gen – wie beim Koriander?

Schmerzhafte Erinnerungen kommen hoch an gefühllose Mitmenschen, die das aus der Stereoanlage der träumenden Teenagerin scheppernde „Più bella cosa“ mit zugehaltener Nase mitgrölen. Mit dem italienischen Superstar scheint es sich zu verhalten wie mit dem Koriander-Gen – man hat es oder eben nicht. Biologisch bedingter Ekel sozusagen.

Ramazzottis Erfolg tut das keinen Abbruch, Millionen Menschen auf der Welt haben das Eros-Gen in ihrer DNA. Wenn er am 2. März in der Uber Arena auftritt, werden seine Fans mit ihm sein 40. Bühnenjubiläum feiern, als wäre es das 30.

Denn manche Dinge ändern sich erfreulicherweise nie: Bei Eros Ramazzotti ist der Vorname verlässlich Programm. Und weil sich seine Musik seit 40 Jahren nicht wesentlich gewandelt hat, darf man auch noch „Schmusesänger“ sagen.

Sanremo, 74th Italian Song Festival - Third Evening In the photo: Eros Ramazzotti PUBLICATIONxNOTxINxITA Copyright: xTerenghi/PoolxSanremox/xipa-agenx/xPoolxSanremox IPA_Agency_IPA43278485

Der Titel beziehe sich weniger auf den Hit als auf seine 40-jährige Karriere, erklärte Ramazzotti beim Albumlaunch. Zu dem er, wie auf einem Video zu sehen ist, auf einem Schimmel ritt. Warum, weiß nur er.

Vier Jahrzehnte Bühne also, in denen auch an einem Eros unerhörterweise der Zahn der Zeit nagt. Machte er vor fünf Jahren noch Schlagzeilen, weil er mit einer 22-jährigen Schönheit vielleicht doch nicht geknutscht hat, empört er aktuell mit der Weigerung, seinem Nachbarn für einen sanierungsbedingten Deckeneinsturz 200.000 Euro Schadensersatz zu zahlen.