Das Berliner Volksbad am Tag nach dem Eklat: „Es sollen sich alle mal nicht so aufregen“
War da was am Freitag? Stand da nicht groß auf einem Banner „Fickt Euch!“, nachdem es eine rechte Kampagne gegen den Weddinger Verein Each One Teach One (Eoto), das Volksbad und ein Schwimmen allein für schwarze Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren und als Folge davon eine Absage dieses Schwimmens gegeben hatte?
An diesem Samstagnachmittag ist am Rosa-Luxemburg-Platz von der ganzen Aufregung nichts mehr zu spüren.
Es ist noch heißer als tags zuvor, das „Fickt Euch!“-Banner wurde schon abends durch ein anderes mit unleserlichen Buchstaben ersetzt. Auf der Wiese mit der Volksbühnen-Skulptur lungern gerade einmal drei Punks, aber nicht lange; eine Frau sonnt sich gar halb nackt, eine halbe Stunde später aber gibt auch sie auf.
Unter dem Zaun des Bads an der hölzernen Balustrade sind nur ein paar vereinzelte Zettel zu sehen: die Begründung der Absage durch die Volksbühne und eine Erklärung von Eoto.
Schwimmverbot für Nazis
Auf einem Flyer steht „Schwimmverbot für Nazis“, auf einem anderen „They got you fighting a culture war to stop you fighting a class war“, und auf einem dritten: „Schwimmen für 6 Stunden – und Nius, Bild und Welt haben wieder ihr Fressen gefunden.“
Das Bad ist voll, auch wenn es dieses Mal möglich war, einfach ohne vorherige Online-Buchung zu kommen. Das Publikum ist sehr weiß, trotzdem international, auch vor dem Pommes-Pavillon herrscht stetiger Betrieb.
Das Desaster der Volksbühne mit dem Volksbad Mit „Fickt Euch“ ist es leider nicht getan