Bülent Ceylan trifft auf Mozart: „Die Oper muss da jetzt durch“

Herr Ceylan, Sie waren zuerst Rockmusiker, wurden Comedian, bringen im September Ihr zweites Heavy-Metal-Album heraus und geben jetzt Ihr Operndebüt in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in Berlin. Warum noch ein weiteres Genre?
Weil die Staatsoper auf mich zukam. Erst dachte ich, ich solle singen, aber Bassa Selim ist eine Sprechrolle. Und die Regisseurin Andrea Moses meinte: Wenn wir den Bülent schon haben, dann richtig. Also bin ich nicht nur Bassa, sondern auch Comedian, der das Geschehen kommentiert und viel zu früh auf die Bühne rennt. Wer sich mit Oper nicht auskennt, könnte meinen, so müsse es sein: Vorhang auf, Bülent kommt. Thomas Guggeis, der Dirigent, fand’s okay. Ist ja nicht selbstverständlich, die Ouvertüre zu stören. Aber wir wertschätzen einander, ich respektiere die Musik, er die Comedy.