Zum Tod von Alexander Kluge: Im Netzwerk der Zeiten, Menschen und Fiktionen

Es gibt Todesnachrichten, die mag man erst mal gar nicht glauben, selbst wenn der gerade Verstorbene lange das Alter erreicht hat, das gern als gesegnet bezeichnet wird. Alexander Kluge ist 94 Jahre alt geworden, und man ist überrascht: Kluge, tot? Führte er nicht gerade noch durch eine Ausstellung, war er nicht dauerpräsent bei Instagram, hatte er nicht vor ein paar Tagen erst zum Tod seines intellektuellen Weggefährten Jürgen Habermas ein erhellendes Interview gegeben? Und gab es im vergangenen Sommer nicht noch ein ganz neues Buch von ihm, „Sand und Zeit“, ein Bildatlas zwar, aber einer, der mit viel Text versehen war? Und sowieso: War Kluge, wenn man ihm begegnete, nicht immer quicklebendig, quasi unsterblich?