Courtney Barnett, Robyn, Grim104, Flea: Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popmusikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor. Diese Woche mit folgenden Platten:

Courtney Barnett: „Creatures of Habit“ (Mom + Pop/Fiction Records)

Sie galt als große australische Hoffnung des Indie-Rock und verblüffte zu Beginn ihrer Karriere mit hundsgemein guten Songs. Dafür gab es viel Liebe und zudem Erfolg. Zu viel offenbar für Courtney, die in den zehn Jahren seit dem Debüt „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ nie wieder an dessen Brillanz heranreichte. Ein Umzug nach Los Angeles sollte therapeutisch wirken und bewirkte immerhin die Auflösung einer durchaus die Karriere bedrohenden Schreibblockade. An deren Ende steht ein solides Album.
Andreas Müller, Moderator

Robyn: „Sexistential“ (Young/Beggars)

Als Expertin für Herzschmerz-Songs findet Robyn auf ihrem ersten Album seit acht Jahren zu einer nüchterneren Sichtweise auf das Thema Liebe und besingt unter anderem den Neurotransmitter Dopamin, der dieses Gefühl maßgeblich steuert. Außerdem verarbeitet die Schwedin in den reduzierten Elektropop-Stücken, die stark mit Stimmeffekten arbeiten, ihre Erfahrung, ohne Partner Mutter zu werden und auf Dating-Apps unterwegs zu sein – mit gewohnt tanzbar-kurzweiligem Ergebnis. Nadine Lange, Tagesspiegel

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Flea: „Honora“ (Nonesuch)

Bis zu seiner Teenager-Zeit gab es im Leben von Michael Balzary, alias Flea, keine Popularmusik. Zu Hause lief nur Jazz. Dizzie Gillespie und Louis Armstrong wurden seine Helden und die Trompete natürlich das erste Instrument. Erst die Freundschaft mit Anthony Kiedis brachte ihn zum Punk und zur Gründung der Red Hot Chili Peppers. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vor ein paar Jahren hat Flea sein erstes Instrument wiederentdeckt. Zwei Jahre unterwarf er sich einem Ritual: jeden Tag Trompete üben, auch auf Tour. Er holte sich einen prominenten Lehrer, den Vater von Kamasi Washington, der ihm Harmoniefolgen beibrachte. Und nun liegt das Ergebnis vor: „Honora“, das Debütalbum von Flea. Vier Coverversionen und sechs Originale – selbstverständlich alles Jazz.

Wer hier eine abenteuerliche Seite mit Experiment und Avantgarde vom ewigen Handwerker Flea erwartet hat – weit gefehlt. Flea komponierte flirrend-schwebende Jazz-Nummern, nervös, spirituell, zerrig bisweilen. Aber im Zentrum gruppiert sich alles stets um den knubbelig-pulsierenden Groove seines Basses, der alles so sortiert, dass die Stücke nie zerfranst klingen. Unnötig ist der dauerwimmernde Nick Cave in „Wichita Lineman“. Stärkster Track: „A plea“, wo Flea auch politisch wird: „All this hate all around. Live peace, live for love. It’s all we’ve got.“ Oliver Schwesig (Deutschlandradio)

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.