US-Experten zu Heiratsplänen von Taylor Swift und Travis Kelce: „Diese Hochzeit ist auch politisch bedeutsam“
Für die „New York Times“ ist es „eines der größten Events dieses Sommers“ und so etwas wie die amerikanische Version einer königlichen Hochzeit. Nun verdichten sich die Zeichen, dass Popstar Taylor Swift und Footballstar Travis Kelce kommende Woche heiraten wollen – und zwar am Wochenende rund um den symbolträchtigen 4. Juli, den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag.
„Neue Details deuten auf eine mehrtägige Veranstaltung im Madison Square Garden hin, den Taylor Swift laut Angaben eines Managers aus der Unterhaltungsbranche gemietet haben soll“, meldete die US-Zeitung am Donnerstag. Recherchiert hat den Artikel ein fünfköpfiges Reporter-Team der „New York Times“. Der Artikel war am Donnerstagmorgen eine der Spitzennachrichten auf der Website der Zeitung.
Denn bei dieser Hochzeit geht es nicht nur um das private Glück eines prominenten Paares, das sich im vergangenen August verlobt hatte. Das Thema hat in den USA auch eine enorme kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung.
© AFP/Patrick Smith
Bei zwei großen Stars, die auch noch zwei äußerst populäre Bereiche wie Musik und Sport verbinden und damit große Fankulturen zusammenbringen, ist das Interesse der Öffentlichkeit natürlich sehr groß.
Daniel Stein, Professor für nordamerikanische Literatur- und Kulturgeschichte und Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität Siegen
„Zunächst ist solch eine Celebrity-Hochzeit der erfolgreichsten Sängerin aller Zeiten und eines Super-Bowl-Gewinners ein großes Medienereignis“, sagt Daniel Stein, Professor für nordamerikanische Literatur- und Kulturgeschichte und Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität Siegen, dem Tagesspiegel. „Es gibt viel zu spekulieren: Wo und wann genau findet die Hochzeit statt, wer wird eingeladen, was ist geplant?“
„Donald Trumps ‚America 250‘-Auftritt könnte von seinem Superstar-Erzfeind in den Schatten gestellt werden“, schrieb ein Kommentator der Online-Zeitung „Huffpost“ am Donnerstag. Swifts mögliche Hochzeit könnte „sein großes Wochenende spektakulär in den Hintergrund drängen“.
„Taylor Swift wird als Trump-Kritikerin wahrgenommen, obwohl sie sich selten äußert“, sagt Politikwissenschaftler Thomas Greven. „Lange war die Kritik von Stars eher kontraproduktiv, weil sie als Teil des linksliberalen Establishments wahrgenommen wurden.“ Und dem Trump-Lager und seiner „Make America Great Again“-Bewegung gehe es gerade darum, diesem Lager „eins auszuwischen“. Doch jetzt sinke Trumps Stern auch bei seinen treuesten Anhängern: „Da steigt die Aufmerksamkeit für solche Ereignisse.“