St. Pauli und Heidenheim steigen ab: Wunder gibt es immer wieder – nur nicht mehr in der Bundesliga
Das Wunder von Heidenheim ist ausgeblieben. Nach einem 0:2 am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Mainz ist die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt zusammen mit St. Pauli abgestiegen. Wolfsburg schaffte es auf den Relegationsplatz.
Überhaupt muss man sagen, dass die Zeiten der Wunder in der Bundesliga schon lange vorbei sind. Heidenheim und St. Pauli haben den geringsten Etat der Liga, folglich stiegen sie ab. Auf der anderen Seite wäre es zumindest ein kleines Wunder gewesen, wenn die gut betuchten Wolfsburger runtergegangen wären. Ist aber nicht passiert.
An der Spitze dominiert der FC Bayern wie vielleicht noch nie. Mit Ausnahme der Leverkusener Meisterschaft vor zwei Jahren verfestigt sich diese Dominanz mehr denn je. Die Schere zwischen arm und reich, nein, besser: zwischen wahnsinnig vermögend und nicht so sehr, wird immer größer.
Inzwischen ist sie so groß, dass der Primus Bayern München in der Liga nichts mehr verloren hat. Seine Einwechselspieler haben mitunter den Marktwert des gesamten gegnerischen Teams. Die Liga ist nicht mehr das richtige Gefäß für diesen Klub. Und auch wenn Dortmund und Leipzig noch meilenweit von den Bayern weg sind: Auch sie werden bei ähnlicher Kaderwert-Entwicklung wie in den vergangenen Jahren bald dem Rest ziemlich deutlich entwachsen sein. Die Liga wird jede Saison langweiliger, das ist die logische Konsequenz des turbokapitalistischen Systems Profifußball.
So haben sich die Fans ihre eigenen Kategorien gesucht, die den Ligabetrieb für sie noch spannend machen. Etwa das Rennen um einen Platz unter den besten Sieben, der entweder direkt oder indirekt die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb bedeuten kann. Oder eben schlicht, wie etwa bei Pauli oder Heidenheim der Fall, der stete Kampf darum, in dieser mehr oder weniger festgetackerten Liga zu verbleiben, um sich irgendwann – wie etwa Augsburg, Mainz oder Freiburg – trotz recht schmalem Budget selbst in der Liga zu etablieren.
Eine Nische der Fußballfreude kann auch der steigende Marktwert einzelner Spieler sein. Für die Bremer etwa lief die Saison bescheiden. Wer sich mit Fans des Klubs unterhält, hört aber immer wieder den Namen Karim Coulibaly. Den jungen Verteidiger kannte vor der Saison niemand. Nun hat er einen Marktwert von mehr als 20 Millionen Euro und gilt als Hoffnungsträger – wenn nicht perspektivisch für Werder, dann bei einem Verkauf wenigstens monetär. Es sind solche kleinen, ganz subjektiven Trophäen, an denen sich der Fan noch klammert. Das ist schon was. Aber es war auch schon mal deutlich mehr.