Regisseurin Marie Schwesinger über ihr Reichsbürger-Stück: „Keine Bühne für menschenfeindliche Positionen“

Wann wird aus Irrsinn strafbarer Irrsinn? Diese Frage beschäftigt die Gerichte im Fall der sogenannten „Gruppe Reuß“. Dieser Vereinigung aus dem Spektrum der rechtsextremen Reichsbürger-Bewegung, die einen gewaltsamen Umsturz in Deutschland geplant haben soll. Einer der Angeklagten – ein Ex-Soldat, der unter anderem im NATO-Hauptquartier tätig war und den Kosovo-Einsatz der Bundeswehr mitleitete – erzählt im Prozess von Kindern, die in unterirdischen Tunnelsystemen in der Nähe von Basel gefangen gehalten und gefoltert werden, weil mächtige Finsterlinge aus ihrem Blut ein Verjüngungsserum herstellen wollen. Man kennt diese Verschwörungserzählung als QAnon-Mythos, hierzulande heißt sie „satanisch-rituelle Pädophilie“.