Leipziger Buchmesse: Fünf Comics für Jugendliteraturpreis nominiert
Fünf Graphic Novels sind am Donnerstag im Rahmen der Leipziger Buchmesse für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 nominiert worden. Der seit 1956 verliehene Staatspreis für Literatur wird jährlich für herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur verliehen. (Hier gibt es die Liste aller 30 diesjährigen Nominierungen.)
In der Kategorie Sachbuch findet sich das Werk einer ehemaligen Tagesspiegel-Zeichnerin: Birgit Weyhes Graphic Novel „Schweigen“, die im Berliner Avant-Verlag erschienen ist (368 Seiten, 39 Euro, empfohlenes Lesealter ab 16 Jahren). In ihrem Buch arbeitet die Hamburger Comicautorin, die lange auch für diese Zeitung gearbeitet hat, die Verbrechen der Militärdiktatur in Argentinien auf. Hier gibt es eine ausführliche Rezension des Titels, der 2025 auch von einer Kritikerjury zu einem der besten Comics des Jahres gewählt wurde.

© Avant-Verlag
„In jedem Pinselstrich und jedem Wort verbindet Weyhe historische und biografische Genauigkeit mit künstlerischer Reflexion“, lobt die Jury in ihrer Begründung für die Nominierung. Großflächiges Schwarz, sparsame Farbeinsätze und wiederkehrende Muster und Motive strukturierten die Seiten und verdichteten die Themen Freiheit, Gewalt, Erinnerung und Verlust. „Die Komposition aus Text und Bild folgt einem präzisen Rhythmus aus Wiederholung und Variation und es entsteht eine Dramaturgie, die Verschwiegenes tastend umkreist.“
„Ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen“
Ein weiterer Comic in der Sachbuch-Nominierungsliste ist „Die große Verdrängung“ von Roberto Grossi (Übersetzung Myriam Alfano, Avant, 208 Seiten, 25 Euro, ab 16 Jahren). Darin analysiert der italienische Autor und Zeichner die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe der Klimakrise.
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Der zweite Comic in der Jugendbuch-Kategorie beschäftigt sich ebenfalls mit einem historischen Thema: In der Anthologie „Stell dir vor! Comics über die Nachkriegszeit“ (Avant, 184 Seiten, 26 Euro, ab 14 Jahren) widmen sich sechs Zeichnerinnen Objekten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die im Haus der Geschichte NRW gesammelt sind. Auf dieser Basis lassen Julia Bernhard, Melanie Garanin, Mikael Ross, Tobi Dahmen, Volker Schmitt und Julia Zejn Geschichte lebendig werden.
„Eine Anthologie von hoher ästhetischer Qualität“, findet die Jury. „Die unterschiedlichen Herangehensweisen kreieren jeweils eigene Stimmungen und verleihen den Geschichten zusätzliche Tiefe.“ Innovativ sei zudem die Idee, Geschichtsvermittlung anhand von Objekten lebendig werden zu lassen. „Einen Rahmen erhält diese Anthologie durch ein Vor- und Nachwort sowie durch Hintergrundinformationen zur historischen Einordnung.“
Offenheit gegenüber dem vermeintlich Andersartigen
In der Kategorie Kinderbuch wurde Ayşe Klinges „Der Zahn“ (Kibitz, 224 Seiten, 26 Euro, ab 6 Jahren) nominiert. Darin erzählt die in Berlin geborene und in Hamburg lebende Zeichnerin eine humorvolle Vampirgeschichte, die nebenbei für Offenheit gegenüber dem vermeintlich Andersartigen wirbt.
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