Die TV-Spielfilmtipps fürs Wochenende : Spektakuläre Rollenwechsel von Daniel Radcliffe und Alec Guinness
Es war nicht zu erwarten, dass irgendein Sender ohne Fußball-WM-Lizenz sein Spielfilm-Pulver verschießt, um eine Alternative für Fußball-Verweigerer zu bieten.
Wir haben zusammengetragen, was sich dennoch anzuschauen lohnt, und ganz bewusst die Irland-Schmonzette „Der Duft von wildem Thymian“ (One, Samstag 13.6., 20:15 Uhr) ausgelassen. Ein Tiefpunkt in den Karrieren von Emily Blunt, John Hamm und Christopher Walken.
Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch
Mit Hut, Mantel, Degen, den berühmten Stiefeln sowie dem ssspitzen spanischen S und dem rrrollenden R (im Original von Antonio „Zorro“ Banderas gesprochen) hatte der Kater in „Shrek 2“ seinen ersten Auftritt, der erste Langfilm floppte dafür eher.
Im besseren zweiten Teil erfährt der milchsaufende Kämpfer, dass er acht seiner neun Leben bereits verspielt hat und sich schonen soll. Er landet im Katzenseniorenheim, was er aber nicht wirklich genießen kann.
Mit dem verrückten Hund Perro macht er sich auf die Suche nach dem magischen Wunschstern, der ihm seine neun Leben zurückbringen soll. In den Weg dabei kommen ihm Goldlöckchen und ihre Bären, der böse Wolf, der gruselige Gevatter Tod und die ehemalige Geliebte Kitty Samtpfote, die auch nicht gerade gut auf den alten Charmeur zu sprechen ist. (mpl)
James Bond 007: Der Hauch des Todes (Vox, Samstag 13.6., 20:15 Uhr)
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Bevor „die Daniels“ mit „Everything Everywhere All at Once“ 2023 sieben Oscars abräumten, ermöglichten sie 2016 in ihrem Langfilmdebüt Daniel Radcliffe den radikalsten seiner zahlreichen Versuche, mit seinem Image als bekanntester Kinderdarsteller der Welt zu brechen: In „Swiss Army Man“ verkörperte der junge Mann, der Harry Potter war, eine furzende Leiche.
Der Schiffbrüchige Hank (Paul Dano) ist kurz davor, Selbstmord zu begehen, als er am Strand Manny (Daniel Radcliffe) entdeckt. Der ist zwar mausetot, doch eignet sich die Leiche hervorragend als Surfbrett mit Furzantrieb, als Wasserspender und als Gewehr. Eine wahre Multifunktionsleiche.
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Im Grunde geht es bei all dem makabren Humor um etwas ganz anderes: Hank ist ein Loser, der an der Zivilisation mit ihren Regeln gescheitert ist. Manny, der in Hanks Fantasie immer munterer werdende Tote, agiert hingegen völlig frei von Zwängen: Er ist so ungehemmt, wie Hank es gerne wäre.
So ganz geht der Mix aus Fantasy, Charakterstudie, Zivilisationskritik und Humor nicht auf, dennoch ist die gut gespielte Geschichte einer seltsamen Freundschaft sympathisch. (pen)
Blue Beetle (RTL, Sonntag, 14.6., 20:15 Uhr)
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Es ist über ein Vierteljahrhundert her, dass Superstar Anna Scott (Julia Roberts) Buchladenbesitzer William Thacker (Hugh Grant) zu überzeugen versuchte, dass sie einfach nur ein Mädchen sei, das vor einem Jungen stünde, um ihn zu bitten, sie zu lieben.
Inzwischen ist aus dem charmant-bunten Viertel Notting Hill eines der teuersten Pflaster Londons geworden, der Film trug ganz entscheidend zum Gentrifizierungsprozess bei.
Auch Hugh Grant bezeichnet die damalige Zeit mit „Notting Hill“ und „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ als seine alte Karriere. Inzwischen brilliert er in ausgesprochen unangenehmen Charakterrollen. Ihn noch einmal als Schwiegermutterliebling mit floppy hair zu sehen, macht immer wieder Spaß. Regisseur Roger Michell und Drehbuchautor Richard Curtis schufen einfach einen süßen, charmanten Liebesfilm, der sehr gut altert. (ipa)
Adel verpflichtet (Arte, Sonntag 14.6., 20:15)
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