Kinostarts der Woche: Würden Sie mit Sydney Sweeney in den Ring steigen?

Mit „Vaterland“, einem biografischen Film über das Leben Thomas Manns nach seiner Rückkehr ins zerrüttete Nachkriegsdeutschland und „That’s Why The Lady Is A Champ“, der das Leben der queeren Box-Weltmeisterin Christy Martin nachzeichnet, kommen zwei Biopics ins Kino, deren Protagonist:innen nicht unterschiedlicher sein könnten.

Sehenswert sind sie beide – allein schon wegen der Besetzung (Hanns Zischler, Sandra Hüller, Sydney Sweeney). Wofür sich der Kinobesuch diese Woche außerdem noch lohnt, lesen Sie hier.

1 Vaterland

Ein schwarzer Straßenkreuzer bahnt sich im Sommer 1949 seinen Weg durch die Ruinen von Nachkriegsdeutschland: Ein eindringlicheres Bild für die Rückkehr Thomas Manns in seine Heimat, anlässlich des 200. Goethe-Geburtstags, ist in Kinobegriffen kaum denkbar.

Der polnische Oscar-Preisträger Paweł Pawlikowski nimmt in seinem Drama „Vaterland“ einen neuralgischen Punkt in Manns Biografie, nach 16 Jahren im Exil, in den Fokus.

Der Literat hatte sich schon während des Krieges regelmäßig an seine Landsleute gewandt und diese dazu aufgefordert, sich gegen das Nazi-Regime zu wenden. Seine Heimkehr wird nicht von allen gefeiert. Viele (West‑)Deutsche möchten mit der Vergangenheit abschließen.

Im Ostteil des geteilten Landes hofft man hingegen auf einen Verbündeten im Kampf gegen den Faschismus. Doch Thomas Mann will sich von keiner Seite vereinnahmen lassen.

Die Überforderung, die Enttäuschung und die nie ganz verloschene Hoffnung auf eine Aussöhnung mit seinem Land, sind in den verschlossenen Gesichtszügen Hanns Zischlers stets zu spüren. Ganz anders Sandra Hüller in der Rolle seiner Tochter Erika, die ihn auf seiner Reise begleitet (tatsächlich kam Mann 1949 mit seiner Frau Katia nach Deutschland).

Sie macht aus ihrer Abneigung gegen die Deutschen keinen Hehl. Vater und Tochter stehen sich auf ihrer gemeinsamen Reise kritisch gegenüber. Erika wirft ihrem Vater vor, sich hinter großen Worten zu verschanzen.

Bei der Ankunft in Weimar, wo man um den Goethe-Geburtstag mit dem Westen konkurriert, versucht ihn der spätere DDR‑Kulturminister Johannes R. Becher (Devid Striesow) vom antifaschistischen Kampf zu überzeugen.

Für Pawlikowski bedeutet „Vaterland“ den Abschluss seiner Trilogie über die zerklüftete Nachkriegsordnung in Europa, die auch eine Éducation sentimentale darstellt. Mit gerade mal 82 Minuten ist „Vaterland“ eine hochgradig verdichtete Auseinandersetzung mit den Themen Heimat und moralischer Verantwortung. (Andreas Busche)

2 That’s Why The Lady Is A Champ

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Das kurze Leben der Paula Modersohn-Becker ist mittlerweile mit Suchscheinwerfern ausgeleuchtet – es gibt Tagebücher und Briefe, diverse Biografien, Romane, ein Biopic … und natürlich ihre Bilder! Puh, was soll man zum 150. Geburtstag auf diesen Berg drauflegen?

Ein junges Filmteam fängt einfach mal an, castet als Erstes eine junge Schauspielerin (Katharina Stark), die Paula ähnlich sieht, dann ihren späteren Mann Otto (Enno Trebs), Rilke (Merlin Rose) und ihre beste Freundin Clara (Dominique Devenport). Und überlasst das zauberhafte Quartett dann sich selbst und einer tastenden Spurensuche zwischen Worpswede und Paris.

Wie spielt man eine Person, von der jeder ein Bild im Kopf hat? Hatte Paula auch was mit Rilke? Oder mit Clara?

Sollte man Rilke und Modersohn als „frühe Feministen“ verkörpern, trotz ihrer verbrieften Machosprüche? Und übertreibt es die Paula-Darstellerin – mal mit pinkem Basecap, mal in schwingendem Kostüm – nicht langsam (wie die echte Paula) mit ihrer Arbeitswut?

Poetisch und ziemlich lässig, wie in diesem Ringen Zeiten und Leben ineinanderfließen. Als die Dinge halbwegs sortiert sind, und die erste Klappe fällt, startet der Abspann. (Antje Scherer)

4 Diamanti

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

In seinem Remake der französischen Erfolgskomödie „Was ist schon normal“ (2024) übernimmt Marc Rothemund die haarsträubende Prämisse der Vorlage.

Nach einem Juwelenraub flüchten Karlo (Florian Lukas) und sein Sohn Alex (Max von der Groeben) und finden sich in einem Reisebus wieder, mit dem eine Gruppe von Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen in den Urlaub fährt.

Kurzerhand stellt Karlo der engagierten Sozialarbeiterin Polly (Mala Emde) seinen Sohn als Mitreisenden und sich selbst als Betreuer vor. Wie das Original lebt „Das gewisse Etwas“ davon, dass nicht die Menschen mit Beeinträchtigungen die Minderheit bilden, sondern die beiden Normalos, die sich in diese Welt einpassen müssen.

Die Schauspielenden mit Einschränkungen gestalten die Figuren zu originellen Charakteren, die einen anderen Blick auf das Leben eröffnen.

Schaut man sich ihre Biografien an, sieht man, dass die Ensemblemitglieder durch inklusive Projekte, Kurse und Bühnenerfahrungen ihrer Schauspielfreude nachgehen konnten. Eben diese Freude verleiht der harmlosen Komödie das gewisse Etwas. (Martin Schwickert)

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

6 Ghost School

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.