Graphic Novel nach dem Bestseller „Nachts im Kanzleramt“: Politik-Grundkurs mit Marietta Slomka als Comicfigur
Die Dachse haben die Wahl gewonnen. Für eine stabile Regierung brauchen sie aber Partner. Sie können sich mit Katzen und Fröschen zusammentun, obwohl grundlegende Interessenkonflikte im Weg stehen. Oder sie suchen die Zusammenarbeit mit den Füchsen, gegen die ebenfalls Vorbehalte bestehen.
Mithilfe einer Tierfabel machen Marietta Slomka und Hannah Brinkmann in ihrem Sachcomic „Nachts im Kanzleramt“ einen zentralen Aspekt der parlamentarischen Demokratie anschaulich. Das ist eines von vielen kreativen Stilmitteln, die die Graphic Novel zu einer anregenden Lektüre machen.
Die Comiczeichnerin Hannah Brinkmann („Zeit heilt keine Wunden“, „Gegen mein Gewissen“) hat auf Grundlage des 2022 erschienenen Politiksachbuchs von Slomka zusammen mit ihr eine eigenständige Graphic Novel geschaffen. Sie dürfte Politikinteressierte ebenso ansprechen wie Leserinnen und Leser, die anspruchsvolle Illustrationskunst schätzen.

© PR/Droemer Knaur
Slomkas und Brinkmanns Gemeinschaftswerk ist mehr als eine bebilderte Umsetzung des Buchs der „heute journal“-Moderatorin. Zentrale Passagen und die Grundaussage bleiben zwar erhalten, doch die Adaption setzt eigene Akzente. Wie das Sachbuch will sie vermitteln, wie Politik funktioniert und warum demokratische Strukturen und Prozesse wichtig sind.

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Inhaltlich konzentriert sich die Adaption auf drei Kernelemente: Demokratie und das politische System der Bundesrepublik sowie die Rolle einer unabhängigen, vielfältigen Medienlandschaft für die öffentliche Meinungsbildung. Den persönlichen Rahmen bilden zwei Kapitel, in denen Slomka selbst zur Hauptfigur wird.
Zu Beginn erzählt ihr gezeichnetes Alter Ego, wie ihre Eltern ihr Interesse an Politik und Demokratie prägten. Sie hatten den Zweiten Weltkrieg und die NS-Diktatur als Kinder erlebt. Am Schluss zeigen Slomka und Brinkmann in einer 40-seitigen Reportage aus der Redaktion des „heute journals“, wie Medien in einer Demokratie arbeiten.