Kinostarts der Woche: Steilgehen mit Elyas M’Barek und Frederick Lau
Die von Mitgliedern der deutschen Film-Elite verkörperte Freundesgruppe aus „Das perfekte Geheimnis“ (2019) wagt sich, nachdem im letzten Film ein Handyspiel zutiefst Vertrauliches unangenehm ans Licht zerrte, tatsächlich in die zweite Runde. Und das am Ballermann. Was soll da schon schief gehen?
Auch Chopin soll es, wie es dem Biopic von Michal Kwiecinski („Chopin – Eine Sonate in Paris“) zu entnehmen ist, zu seiner Zeit nach Mallorca verschlagen haben – allerdings aus Party-unabhängigen Gründen. Wofür sich der Kinobesuch ansonsten lohnt, lesen Sie hier.
1 Der perfekte Urlaub
Mit 5,3 Millionen verkauften Tickets avancierte „Das perfekte Geheimnis“ 2019 in Deutschland zum erfolgreichsten Film des Jahres. Nun liefert Regisseur Bora Dagtekin eine Fortsetzung ab, der man mit gemischten Gefühlen entgegensieht. Schließlich hat Dagtekin seinen Erfolg „Fack Ju Göhte“ mit zwei lukrativen Sequels in die Materialermüdung geführt.
Der Abwärtstrend vom Original zur Fortsetzung ist auch in „Der perfekte Urlaub“ spürbar. Schon die krude Prämisse lädt zum Stirnrunzeln ein. Leo (Elyas M’Barek) und Pepe (Florian David Fitz) fliegen gemeinsam nach Mallorca. Von der Reise wissen weder Leos Frau Carlotta (Karoline Herfurth) noch ihre Kumpel Simon (Frederick Lau) und Rocco (Wotan Wilke Möring).
In der angemieteten Finca finden sie zufällig ebenjene Freunde vor, die gleichfalls in geheimer Mission auf der Insel Quartier bezogen haben. Noch zufälliger steigen wenig später Carlotta mit Freundin Maus (Diana Amft) sowie Roccos Ehefrau Eva (Jessica Schwarz) samt Tochter Sophie (Emily Kusche) aus dem Mietwagen, um heimlich auf Malle einen drauf zu machen. Die allseitige Irritation ist überwältigend – vor allem beim Publikum angesichts solch hanebüchener Erzählkonstruktion.
Und so geht es weiter. Simon sprengt mit einer Propangasflasche die halbe Finca in die Luft, nur damit die unfreiwillige Reisegruppe an den Ballermann umziehen muss. Immerhin ergeben sich aus dem Kulturschock, den die Münchner Mittelklasse-Snobs in der Hölle des deutschen Massentourismus erleiden, einige Running Gags rund um die Animationseinlagen im Clubhotel. Schon bald offenbaren sich weitere Geheimnisse und Konflikte.
„Das perfekte Geheimnis“ lebte davon, dass sich mit dem Smartphone als intimstem Geheimnisträger beim Publikum ein Identifikationsgefühl einstellte. Im zweiten Teil besitzt die Charakterisierung der Figuren trotz prominenter Besetzung zu wenig Tiefe, um Empathie zu generieren. Obwohl an der Eskalationsschraube gedreht wird, bleiben die vermeintlichen Dramen und der Humor in oberflächlichen Posen stecken. (Martin Schwickert)
2 Die andere Seite
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4 Chopin – Eine Sonate in Paris
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Die Kuschelrock-Ballade „If You Leave Me Now“ würde sich gut auf der Playlist des Marvel-Antihelden Deadpool machen. In „Clayface“ von der Konkurrenz DC hat die Schnulze einen etwas ernsteren Subtext, denn der aufstrebende Filmstar Matt Hagen (Tom Rhys Harries) durchläuft eine handfeste Identitätskrise.
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Seine Rettung findet er in der Wissenschaftlerin Caitlyn Corr (Naomi Ackie), die mit selbstheilenden Hautpräparaten experimentiert. In seiner Verzweiflung bietet sich Matt als Testobjekt an.
DC hatte zuletzt mit seinen Comichelden wenig Glück, und es ist auch alles andere als sicher, dass der Batman-Widersacher Clayface in das Kino-Universum des Studios aufgenommen wird. Aber seit „The Suicide Squad“ hat kein DC-Film – zwischen Bodyhorror, Komödie und Tragödie – so viel Spaß gemacht. (Andreas Busche)
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6 A Quiet House
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