Hertha BSC bereitet sich in Harsewinkel auf den Endspurt vor

Nach Harsewinkel kommen regelmäßig Fußballmannschaften. Eine hat es von dort sogar bis ins Halbfinale der WM geschafft. Das portugiesische Team wohnte und trainierte während der Weltmeisterschaft 2006 in Ostwestfalen.

Eine WM steht für die Mannschaft, die seit Dienstag in Harsewinkel ist, nicht an. Groß ist die Aufgabe trotzdem: Hertha BSC will mit Trainer Felix Magath den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen. Aktuell liegen die Berliner auf dem Relegationsplatz, das nächste Spiel steht am Samstag bei Bayer Leverkusen an (15.30 Uhr, live bei Sky).

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Die Möglichkeit eines Trainingslagers in der aktuellen Länderspielpause hatte Magath bereits bei seiner Vorstellung als Nachfolger von Trainer Tayfun Korkut vor gut zwei Wochen ins Spiel gebracht. Nun sind die Berliner bis Freitag in der Nähe von Bielefeld und reisen danach weiter Richtung Leverkusen.

Bei der ersten Einheit der Woche am Montag noch in Berlin war es recht leer auf dem Platz, daher nahm auch Offensivtrainer Vedad Ibisevic teil. Nach und nach werden die zehn Profis dazustoßen, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren oder sind.

Zuerst kommen Stürmer Stevan Jovetic, der beim 1:0 von Montenegro im Testspiel gegen Griechenland die erste Halbzeit spielte, und Torwart Marcel Lotka. Der Torwart blieb beim 0:0 von Polens U 20 in Tschechien ohne Einsatz.

Die sportlich wichtigste Aufgabe stand Stürmer Ishak Belfodil bevor, der am späten Dienstagabend mit Algerien gegen Kamerun um das WM-Ticket spielte. Das Hinspiel hatte Algerien auswärts 1:0 gewonnen, Belfodil war knapp 15 Minuten vor dem Ende eingewechselt worden.

Das Trainingslager ist der Auftakt für den Endspurt, sieben Spiele sind es noch. Hertha braucht vor allem eine stabile Defensive, beim 3:0 gegen die TSG Hoffenheim sah es in dieser Hinsicht über weite Strecken gut aus. Und Magath wird für die Mission Klassenerhalt in der Startelf auf einen Stamm an Spielern bauen. In Harsewinkel hat er die Gelegenheit, das Team noch besser kennenzulernen. Wenige Tage nach Amtsantritt war der 68-Jährige positiv auf das Coronavirus getestet worden und erst am Donnerstag auf den Trainingsplatz zurückgekehrt.