Drama auf hoher See: Frachter vor Helgoland gesunken! Seenotretter bergen ersten Toten

Zwei Frachter stoßen in der Deutschen Bucht in der Nordsee zusammen. Eines der Schiffe sinkt. Mindestens ein Seemann kommt bei dem Unglück ums Leben, vier weitere Menschen werden vermisst. Die aktuellen Entwicklungen erfahren Sie in unserem im News-Ticker.

Nach dem Zusammenstoß von zwei Frachtschiffen am Dienstagmorgen in der Deutschen Bucht in der Nordsee werden mehrere Menschen vermisst. Der Unfall ereignete sich rund 22 Kilometer südwestlich der Insel Helgoland und 31 Kilometer nordöstlich der Insel Langeoog, wie das Havariekommando am Dienstag mitteilte. Die Suche nach den Schiffbrüchigen laufe, hieß es. Demnach wurde ein Mensch aus dem Wasser gerettet und medizinisch versorgt.

Kollision vor Helgoland: Frachter gesunken, Menschen vermisst

Das Havariekommando habe die Gesamteinsatzleitung übernommen, hieß es. Demnach stießen die Frachtschiffe “Polesie” und “Verity” am frühen Dienstagmorgen gegen 5.00 Uhr zusammen. Das Havariekommando ging davon aus, dass die “Verity” wegen der Kollision sank. Das nach einem Zusammenstoß in der Deutschen Bucht vermutlich gesunkene Schiff ist ein englischer Frachter mit einer Länge von 91 und einer Breite von 14 Metern. Wie aus Angaben des Tracking-Dienstes Vesselfinder weiter hervorgeht, hatte die “Verity” am Montagabend Bremen verlassen und war auf dem Weg nach Immingham, einem Hafen an der englischen Nordseeküste.

Das 2001 in den Niederlanden gebaute Schiff fährt unter der Flagge der Isle of Man und hat auf der britischen Insel auch seinen Heimathafen. Es gehört zu der britisch-niederländischen Reederei Faversham Ships.

Suche nach vermissten Seeleuten läuft – Schiffe und Hubschrauber im Einsatz

Zur Suche nach den Vermissten waren zahlreiche Schiffe und auch ein Hubschrauber der Deutschen Marine im Einsatz. Die “Polesie” sei schwimmfähig, hieß es. Sie habe 22 Menschen an Bord. Wie viele Personen vermisst werden, war zunächst unklar. Eine Sprecherin des Havariekommandos konnte dazu zunächst keine Angaben machen.

Das Havariekommando ließ das Seegebiet von einem Sensorflugzeug überfliegen, um nähere Erkenntnisse zu bekommen. Auch ein Kreuzfahrtschiff, das im Seegebiet unterwegs ist, unterstützt die Suche. Dort könnten Menschen medizinisch versorgt werden, hieß es. Ärzte seien an Bord. Weiteres medizinisches Personal sollte per Helikopter zur Unfallstelle geflogen werden.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Frachter-Unglück im News-Ticker

Alle aktuellen Entwicklungen und Neuigkeiten zum Frachter-Unglück vor Helgoland lesen Sie in unserem News-Ticker.

+++ Frachter kollidierten in einem der meistbefahrenen Seegebiete +++

Der Zusammenstoß zweier Frachter in der Nordsee ereignete sich in einem der meistbefahrenen Seegebiete weltweit. In der Deutschen Bucht verlaufen zwei international eingerichtete Schifffahrtsstraßen in Ost-West-Richtung, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Dienstag erklärte. Dabei handelt es sich um das Verkehrstrennungsgebiet (VTG) Terschelling-German Bight (Deutsche Bucht) vor den Ostfriesischen Inseln sowie das weiter nördlich liegende Verkehrstrennungsgebiet German Bight Western Approach (Deutsche Bucht West-Ansteuerung).

Der Großteil aller Schiffe aus dem Englischen Kanal beziehungsweise dorthin durch die Nordsee folge diesen beiden Wasserstraßen, erklärte die Sprecherin weiter. Auf der südlicheren Route Terschelling-German Bight herrscht nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die größte Verkehrsdichte. Die nördlichere Route werde von besonders großen Schiffen, Tankern und Frachtern mit gefährlicher Ladung genutzt.

Querend zu den beiden Verkehrstrennungsgebieten verläuft laut BSH der Schiffsverkehr zu den deutschen Flussrevieren Ems, Jade/Weser und Elbe sowie auch zu den Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Das Seegebiet zwischen Helgoland und Langeoog weise aber keine natürlichen Besonderheiten auf wie Untiefen, spezielle Wetterphänomene oder Strömungen.

+++ Seenotretter: Vermisstensuche nach Frachter-Kollision kann dauern +++

Nach dem Zusammenstoß von zwei Frachtschiffen auf der Nordsee nahe Helgoland stellen sich Seenotretter auf eine möglicherweise lang andauernde Vermisstensuche ein. “Solange es, wie gesagt, einen Funken Hoffnung gibt, werden wir die Such- und Rettungsmaßnahmen fortführen. Im Moment ist nicht absehbar, dass sie eingestellt werden”, sagte Christian Stipeldey, Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag in Bremen. Vier Seeleute eines untergegangenen Frachters werden seinen Angaben zufolge noch vermisst. Ein Mensch starb.

Sechs Seenotrettungskreuzer der DGzRS sind den Angaben der Gesellschaft zufolge im Einsatz, um die Vermissten zu suchen. Diese könnten nach einiger Zeit von anderen Rettungsschiffen abgelöst werden, sagte Stipeldey. Zudem sind auch zahlreiche weitere Behördenschiffe und Hubschrauber im Einsatz.

“Wir haben im Seegebiet verhältnismäßig herausfordernde Wetterbedingungen”, sagte Stipeldey. An den Unglücksstellen herrschten Windstärke sechs und Wellengang mit bis zu drei Metern. Die Wassertemperatur beträgt zwölf Grad. Dennoch sei es möglich, “engmaschig” nach den Vermissten zu suchen, sagte der Sprecher.

+++ Seenotretter zu Frachter-Unglück: Ein Seemann tot, zwei gerettet +++

Traurige Nachrichten: Nach dem Zusammenstoß von zwei Frachtschiffen auf der Nordsee bei Helgoland ist ein Seemann tot geborgen worden. Zwei weitere seien gerettet, vier würden noch vermisst, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag mit.

+++ Havariekommando bestätigt: Sechs Vermisste nach Frachter-Kollision auf Nordsee +++

Nach dem Zusammenstoß von zwei Frachtschiffen auf der Nordsee bei Helgoland werden sechs Menschen vermisst. Das sagte eine Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven. Zuvor hatte die “Bild” berichtet.

+++ Kreuzfahrtschiff hilft bei Suche nach Unglück bei Helgoland +++

Nach dem Zusammenstoß von zwei Frachtschiffen in der Nordsee beteiligt sich auch ein Kreuzfahrtschiff an der Suche nach den Vermissten. Die “Iona” sei derzeit in eine Such- und Rettungsaktion nahe der deutschen Küste involviert, teilte das Unternehmen P&O Cruises am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. «Der Vorfall dauert an und die Zusammenarbeit der “Iona” steht im Einklang mit dem internationalen Seerecht sowie mit den moralischen und rechtlichen Verpflichtungen des Unternehmens», hieß es weiter. Der Zwischenfall werde vermutlich keine Auswirkungen auf den für Mittwoch geplanten Anlauf nach Rotterdam oder die weitere Reise haben.

Zu weiteren Details machte das Unternehmen keine Angaben. Die britische Zeitung “Sun” zitierte einen 24-jährigen Mann an Bord der “Iona” mit den Worten, das Schiff habe am Vorabend Hamburg verlassen und sei etwa 200 Meter von der Unfallstelle entfernt gewesen. Die Passagiere seien morgens um 6.00 Uhr von der Mitteilung geweckt worden, dass sich die Crew an einem Sucheinsatz beteilige.

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rut/news.de/dpa