Champions League: „Selbst zwicken“: Mickels verrückter Weg in die Königsklasse

Unter der Woche wurde Joy-Lance Mickels zum Spieler des Spiels in der Champions League gewählt, vor wenigen Jahren dachte der Fußballer noch über einen Karrierewechsel zum Feuerwehrmann nach. Er habe keine Familie, in der er mal eben um 3.000 oder 4.000 Euro bitten konnte, „um meine Rechnungen zu bezahlen“, berichtete der 32-Jährige im Podcast von „ntv-Sport“ über finanzielle Sorgen und Gedanken an ein Karriereende vor einigen Jahren. Sein Plan B? „Feuerwehrmann würde mich interessieren. Ich möchte Menschen glücklich machen und ihnen helfen.“ 

Im Jahre 2026 sieht die Realität anders aus: Nach seinem Treffer und der Wahl zum Spieler des Spiels im Duell mit Slavia Prag am vergangenen Dienstag hat sich Mickels in der Champions League in den Fokus gespielt. In der kommenden Woche empfängt er in der Königsklasse dann mit Sabah FK den Bundesliga-Vertreter Borussia Dortmund. Manchmal müsse er sich „selbst zwicken“, wenn er auf die Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicke, erzählte Mickels. 

Wechsel nach Saudi-Arabien „nur wegen des Geldes“

Aber von vorn: Der frühere Jugendspieler von Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 durchlief zum Beginn seiner Laufbahn Stationen bei Alemannia Aachen, Wacker Nordhausen und Carl-Zeiss Jena in den unteren deutschen Ligen. Geplagt von Verletzungen und der Vereinsinsolvenz im thüringischen Nordhausen stand Mickels Karriere zwischenzeitlich an einem Scheidepunkt.

So richtig in Schwung kam die Laufbahn des Flügelspielers dann nach dem Wechsel aus Jena zum niederländischen Zweitligisten MVV Maastricht. Im Podcast von „ntv-Sport“ spricht Mickels vom „besten Schritt“ seiner Karriere. Sabah aus Aserbaidschan wurde daraufhin auf den Offensivspieler aufmerksam. Nach zwei Jahren in Baku ging es dann aber erst einmal weiter nach Saudi-Arabien. „Ich bin nur wegen des Geldes hingegangen“, sagte Mickels im Nachhinein. 

„Jetzt noch einmal Borussia-Park“

Eine Saison beim Al-Faisaly FC in Saudi-Arabien reichte dem deutsch-ruandischen Fußballer dann, ehe er zurück zu Sabah FK wechselte. Mit dem von staatlichem Geld unterstützen Club aus Baku gewann Mickels in der vergangenen Saison die aserbaidschanische Meisterschaft als Torschützenkönig der Premyer Liqa und qualifizierte sich für die Champions League. 

Mit seinen beiden Brüdern Leroy (Waldhof Mannheim) und Joy-Slayd (Hibernians FC aus Malta) spielt er außerdem für die Nationalmannschaft Ruandas. Am kommenden Mittwoch steht in der Champions League dann mit dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund das nächste Karriere-Highlight auf dem Programm.

„Ich habe Champions League gespielt, ich habe eine Liga gewonnen, einen Pokal gewonnen, bin Torschützenkönig geworden“, sagte Mickels. Ein Wunsch bleibe aber – und dieser bei seinem alten Arbeitgeber in Mönchengladbach. „Jetzt noch einmal Borussia-Park. Das wäre es.“

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