Abschlussfeier der Olympischen Spiele: Selbst das schönste Amphitheater kann die Misstöne nicht kaschieren
Schön und würdig sind diese Olympischen Spiele in Cortina d’Ampezzo und Mailand zu Ende gegangen. Allein die Location: das 2000 Jahre alte Amphitheater von Verona, ein Gedicht von einem Bauwerk. Wer diesen Ort bisher noch nicht besucht hat, dürfte nach der Abschlussfeier darüber nachdenken.
Schon die Eröffnungsszene der Feier am Sonntagabend war ein Traum für Opern‑Fans: Rigoletto, Figaro, Aida und Madama Butterfly — aufgeführt in prächtigsten Kostümen und Klängen. So stilvoll feiern kann vermutlich nur Italien.
Fast sinnbildlich rauschte in einem besonders stimmungsvollen Moment ein Hubschrauber knapp über die Arena hinweg.
Die Olympischen Spiele in Italien waren gelungen, aber eben nicht frei von Misstönen. Agenten der umstrittenen US‑Einwanderungsbehörde ICE waren unwillkommene Gäste; bei der Eröffnungsfeier gab es Pfiffe gegen israelische Athletinnen und Athleten. Und dann ist da noch der größte Elefant im Raum der Olympischen Bewegung: der Umgang mit Russland und der Ukraine.
Die Lösung des organisierten Sports bisher: protestierende ukrainische Sportlerinnen und Sportler dürfen nicht starten, russische Athletinnen und Athleten sollen bei den in zwei Wochen stattfindenden Paralympics wieder unter russischer Flagge antreten dürfen. In der Sportwelt brodelt es gewaltig.