LA Priest, Erykah Badu & The Alchemist, Interpol, Dinosaur Jr.: Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Musikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor. Diese Woche mit den folgenden Platten:

Erykah Badu & The Alchemist: Before The World Blows (Young)

Es ist nie zu spät, die Welt retten zu wollen. Auch wenn die Gegenwart so medienverseucht ist wie unsere, sagt sich Erykah Badu, die sich selbst als eine Art Medium betrachtet, sich aber in den vergangenen Jahren nicht sonderlich viel aus der Welt gemacht zu haben schien. Neben verstreuten Gastauftritten hier und da, war es still geworden um die in den 90er Jahren mit Grammys überhäufte „Queen of Neo Soul“. Das letzte reguläre Album liegt 16 Jahre zurück. Sie habe nebenbei als Geburtshelferin gearbeitet, verriet sie der „Vogue“.

Unter den Soulstars ihrer Zeit war sie stets der Paradiesvogel. Extravagante Kostüme, übergroße Hüte und ein kompromissloser Kunstanspruch, der stets ins Spirituelle überlappte. Da setzt die 55-Jährige in Zusammenarbeit mit dem Hip-Hop-Produzenten The Alchemist aka Alan Daniel Maman, 48, erneut an und erklärt sich in „Witch Doctor“ zur besseren Hexe in einer Welt künstlicher Wunderheilerinnen und Superheldinnen von Tabitha bis Hermine Granger. In „Echos“ wird die Einheit der Menschheit beschworen. Das Album wimmelt vor Kooperationen mit Thundercat, Steve Lacy, Kamasi Washington und weiteren, um die verborgenen Geister hervorzulocken. Kai Müller, Tagesspiegel


Interpol: „This Mirror Weighs A Ton“ (Partisan)

Hoppla, sind das wirklich Interpol? Die Band um Sänger und Gitarrist Paul Banks kommt auf dem aktuellen Album teilweise mit einem neuen Sound um die Ecke, der einen Raum zwischen Garagenrock und etwas Orchestralem eröffnet. Im Zuge des Post-Punk-Revivals der Nuller Jahre waren Interpol groß geworden. Ihr kreatives Zentrum ist immer noch New York. „This Mirror Weighs A Ton“ knüpft an diese Anfänge an, aber erweitert das Spektrum um überraschende Klangeindrücke. Die Schwermut ist jedoch geblieben. Juliane Reil, Journalistin

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LA Priest: „Into The Sky“ (Domino Records)

LA Priest alias Sam Eastgate scheint kein glücklicher Mensch zu sein. In seinem klugen Elektro-Pop ertönen immer wieder zweifelnde Klänge und rätselhafte Geräusche. Vielleicht liegt das an Wales, wohin es ihn nach Aufenthalten in Costa Rica zurückzog. Oder aber an dem rumpeligen Equipment, das der angesagte Producer Boys Noise im Studio aufgebaut hat. Das steht übrigens in Lissabon, der Heimat des Fado. Into The Sky soll aber ein Album zum Tanzen sein. Das ist am Ende gelungen. Andreas Müller, Moderator

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