Mit Kostümparade und Party: Deutsche Oper ruft zum Eröffnungswochenende – es wird durchgemacht

Es könnte nach thailändischen Gewürzen riechen. Verraten wird das jetzt noch nicht. Man könne für längere Zeit vorbeikommen, oder nur für einen kurzen Besuch, schreibt der Künstler Rirkrit Tiravanija in seinem Grußwort an die Berlinerinnen und Berliner.

Tiravanija, der 2023 eine große Ausstellung im Gropius Bau hatte, gestaltet das Eröffnungswochenende der Deutschen Oper. Eingeladen hat ihn dazu der neue Intendant des Hauses Aviel Cahn.

Opern haben das Image, elitär zu sein, trotz vieler Öffnungsversuche und Angebote für Kinder. Tiravanija ist der richtige Mann, um die Tür ein bisschen weiter aufzustoßen.

Er ist Experte für die Kunst der Begegnung. Als Künstler mit thailändischen Wurzeln, verankert in der südostasiatischen Tradition, geht es in seinen Werken weder um Objekte noch darum, etwas auszustellen. Im Museum leben, kochen, essen, spielen, Zeit verbringen – dafür ist der 1961 geborene Künstler bekannt.

Rirkrit Tiravanija  
Der Künstler Rirkrit Tiravanija hat auch ein Standbein in Berlin.

© Daniel Dorsa

Das Eröffnungswochenende der Deutschen Oper wendet sich unter seiner Kuration explizit an alle. Es ist nicht wichtig, ob man Verdi liebt oder eine Meinung zu Stockhausen hat. Hauptsache, man verbringt Zeit in der Oper, die Tiravanija als lebendigen Organismus begreift.

30 Stunden lang ist das Haus an der Bismarckstraße geöffnet. Und zwar nicht nur Zuschauerraum, Bühne und Foyer, sondern auch Werkstätten, Büros, Küchen und Technikräume. 20 Künstlerinnen und Künstler aus seinem üppigen Berliner Netzwerk hat Tiravanija aktiviert, die die Räume bespielen.

Das Haus verändert sich durch die Menschen

Er selbst ist für sein Pad-Thai bekannt geworden, ein asiatisches Nudelgericht, das er in Ausstellungsräumen, Galerien und Museen zubereitet und mit dem Publikum verspeist. Auch in Berlin will er kochen. Was genau, wird nicht verraten. Allerdings hat er sich längst vom Pad-Thai emanzipiert. Tiravanija lehrt seit Jahren an der Columbia University, seine sozialen Experimente führt er in großen Institutionen weltweit durch, steht ungern selbst im Rampenlicht, fördert lieber seine Schülerinnen und Schüler und andere Künstler.

In Berlin sind Namen der Berliner Kunstszene dabei, die gerade steile internationale Karrieren machen. Etwa Sung Tieu, Berlinerin mit vietnamesischen Wurzeln, die aktuell den Deutschen Pavillon bei der Venedig Biennale bespielt. Sie wird eine Klanginstallation zeigen, bei der Bürokratie und die Tannhäuser-Ouvertüre zusammentreffen.

Der Künstler, Komponist und Musiker Ari Benjamin Meyers initiiert Pop-up-Konzerte mit den Musikern des Opern-Orchesters. Und es gibt einen nächtlichen Rave auf der Bühne. Bis vier Uhr morgens kann getanzt werden. Danach heißt es chillen bei Klaviermusik im Foyer.

OMSK Social Club