Kampf gegen Deepfakes: Taylor Swift will ihre Stimme und ihr Bild markenrechtlich schützen

Was hat Taylor Swift als Nächstes vor? Um das herauszufinden, checken einige ihrer Fans regelmäßig die öffentlich einsehbaren Anmeldungen von Urheberrecht und Marken ihrer Firma TAS Right Management beim US-Patent- und Markenamt. Dort gingen am 24. April 2026 drei Anträge ein, die auf den ersten Blick nichts mit der Musik des Stars zu tun haben.

Stattdessen will Swift zwei Aufnahmen ihrer Stimme markenrechtlich schützen lassen, in denen sie sich vorstellt: „Hey, it’s Taylor Swift“ und „Hey, it’s Taylor“. Außerdem meldet das Unternehmen Markenschutz für eine Fotografie von Taylor Swift an, auf der sie in ihrem glitzernden „Lover“-Body, Stiefeln und mit ihrer Gitarre zu sehen ist – es ist eines der bekanntesten Bilder der „Eras Tour“, auf die sie von 2023 bis 2024 ging.

Swift und ihr Team reagieren mit diesen Anträgen offenbar auf die Gefahr von KI-generierten Deepfakes. Als Erstes berichtete der Markenrechtsanwalt Josh Gerben auf seinem Blog von den Anträgen; die Meldung wurde vom Branchenmagazin „Variety“ aufgenommen. Swifts Management hat Medienanfragen zu dem Vorgehen bisher nicht beantwortet.

Noch ist unklar, wie Gerichte reagieren

Sie folgen aber derselben Strategie wie der Schauspieler Matthew McConaughey und der ihn vertretenden, auf Unterhaltungsrecht spezialisierten Kanzlei Yorn Levine. Wie im Januar bekannt wurde, hat die Kanzlei acht markenrechtliche Anträge bewilligt bekommen, unter anderem für berühmte sogenannte „Sound Marks“ wie McConaugheys berühmten Spruch „Alright, alright, alright!“ aus dem Film „Dazed and Confused“ sowie mehrere Videoclips des Schauspielers.

Sie verfolgten diese neuartige Strategie, damit McConaughey bei Bedarf vor US-Bundesgerichten klagen kann, sagten Mitglieder seines Anwaltsteams „Variety“. Die eingetragenen Marken könnten dazu beitragen, „Missbrauch“ im weiteren Sinne zu verhindern, auch bei KI-Videos, die nicht explizit etwas verkaufen. Es sei aber noch nicht klar, wie Gerichte darauf reagieren werden.

„Swifts Markenanmeldungen deuten auf einen allgemeinen Wandel in der Art und Weise hin, wie Prominente das Markenrecht nutzen, um sich gegen KI zu wehren“, schreibt der Anwalt Josh Gerben auf seinem Blog. Durch die Registrierung bestimmter, mit ihrer Stimme verbundener Phrasen könne Swift potenziell nicht nur identische Reproduktionen, sondern auch Imitationen anfechten, die „verwechslungsfähig ähnlich“ sind, was ein zentraler Maßstab im Markenrecht sei, so Gerben.

Taylor Swift ist in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Deepfakes geworden, die sie unter anderem auch nackt zeigten. 2024 teilte Donald Trump mehrere KI-generierte Bilder, auf denen sie seine Präsidentschaftskandidatur unterstützt.