Salome an der Schaubühne: Moraltreue Teenies und notgeile Väter

Weit und dunkel ist sie, die Terrasse vor dem Palast des Herodes. So düster und erhaben, dass man sofort versteht: Hier hält man sich nicht mit kleinmütigem Realismus auf, hier geht es um alles. Und wie Alina Stiegler als Salome zu Beginn aus der Bühnentiefe heraus auf diese Fläche schreitet – ein von Nehle Balkhausen entworfenes Geviert, das rundherum von einem gefliesten Schacht umgeben wird –, gehört definitiv zu den spektakulärsten Eingangsszenen der Theatersaison.