Marsch und Mysterium: Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt Bruckners Achte

Vladimir Jurowski hält nochmal inne, gibt dem Rundfunk-Sinfonieorchester und dem Saal im Konzerthaus die Chance zur Sammlung, bevor er den Taktstock hebt. Denn alle wissen: Jetzt geht es 80 Minuten ohne Pause durch. Die Achte ist die längste Symphonie, die Anton Bruckner geschrieben hat, mit ihr zertrümmerte er endgültig die Maßstäbe, die seit Beethoven für die Ausmaße der Gattung galten. Trotz (oder wegen?) seiner Größe ist dieses „Trumm“ aber merkwürdig unsichtbar, man begegnet ihm auf den Konzertpodien bei Weitem nicht so häufig wie der Vierten oder der Siebten.