Protestkultur auf dem Cannes-Festival: Erschöpft von all den Kämpfen

Abseits vom Areal des Filmmarkts mit seinen Länderpavillons am alten Hafen versteht man Kino in Cannes als transnationale Aufgabe. Thierry Fremaux hat kürzlich sein Festival zwar mit den Olympischen Spielen verglichen, doch in Cannes treten Länder nicht gegeneinander an. Hier arbeiten Filmemacherinnen und Filmemacher aus aller Welt an einer gemeinsamen Utopie vom Kino. Auch darum hat nie Gefahr bestanden, dass Demi Moore, Chloé Zhao oder Stellan Skarsgård empört von ihren Jury-Pflichten zurücktreten, weil in diesem Jahr ein russischer Regisseur in den Wettbewerb eingeladen ist. Auf der diesjährigen Venedig Biennale war das noch anders: Dort trat die Jury Ende April aus Protest gegen die Rückkehr Russlands geschlossen zurück.