Mit Arlo Parks, Philine Sonny, Bruce Hornsby, Thundercat: Die Alben der Woche im Soundcheck

Arlo Parks: „Ambiguous Desire“ (Transgressive)
In den letzten Jahren hat die Londoner Künstlerin Arlo Parks viel Zeit in New Yorker Clubs verbracht. Das merkt man ihrem neuen Album an: Auf „Ambiguous Desire“ sind Einflüsse von House, Elektro und UK Garage zu hören. Auch textlich geht es viel ums Feiern, zwischen gemeinsam Fertigmachen mit Freunden und transzendentalen Erlebnissen auf der Tanzfläche. Trotzdem ist „Ambiguous Desire“ kein Gute-Laune-Partyalbum. Immer wieder singt Parks von Ängsten und Zweifeln, davon, wie verloren sie sich fühlt. Und von den titelgebenden Begehren – nach Liebe, Zugehörigkeit und manchmal auch danach, einfach nicht man selbst zu sein. Jana Weiss, Tagesspiegel
Philine Sonny: „Virgin Lake“ (Nettwerk)
Philine Sonny ist auf ihrem Debüt alles andere als zahm: Sie wütet und tritt mit überlagernden Gitarrenriffs die Türen ein, die sie bis hierhin kleinhalten wollen. Dass selbst ein offenes Feld noch zu einengend für Sonny sein sollte, beweist schon der Opener, zu dem man einfach nur losrennen möchte. Ihre rohe Entschlossenheit steckt in den lauten und den zarten Tönen. „Virgin Lake” kombiniert Indie und Alternative Rock und irgendwo klingt die große Schreibschule von Adrianne Lenker durch die Lieder hindurch. Es wurde geschrieben, um uns ganz und gar zu vereinnahmen. Rosalie Ernst, Zwischen Zwei und Vier
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Thundercat: Distracted (Brainfeeder)
Das kalifornische Alleskönner-Kollektiv um das Label Brainfeeder hat Pop, Hip-Hop, Jazz und R&B in den 2010er-Jahren entscheidend befruchtet und diesen Genres eine gesunde Portion Craziness eingeimpft. Neben Flying Lotus und Kamasi Washington war es vor allem Thundercat, der damals Kendrick Lamars „To Pimp a Butterfly“ maßgeblich befeuert hat. Sechs Jahre nach seinem letzten Soloalbum ist die Kunst des Produzenten und Bassisten weiterhin elektronisch grundiert und speist sich aus Funk, Disco, Pop sowie der Fusion der Siebzigerjahre.
Die unverwechselbaren Signaturen der Gäste schreiben sich tief in diese Kompositionen ein: „No More Lies“ mit Tame Impala klingt nach eben jenen, außerdem sind Thundercats verstorbener Freund Mac Miller, A$AP Rocky, Lil Yachty und Willow zu hören. Dabei bleibt ausreichend Raum für weird-psychedelische Prog-Exkursionen, in denen Thundercat sich geplagt zeigt von permanenter Social-Media-Überforderung, kurzen Aufmerksamkeitsspannen, Ablenkung von den wesentlichen Dingen des Lebens.
Die Stücke sind kurz – die meisten unter drei Minuten –, gehen ineinander über und ergeben einen Stream of Consciousness zwischen Hingabe und Entschleunigung, zusammengehalten und getragen von Thundercats mächtigem Bass, der wahlweise dominant führt oder sanft umtänzelt. Torsten Groß, Moderator
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