Kinostarts der Woche: Wie man eine Dinnerparty gekonnt eskalieren lässt

Treffen sich ein scheinbar ewig frisch-verliebtes Pärchen, das kaum die Finger von einander lassen kann und ihre Nachbarn, deren Ehe die besten Jahre hinter sich hat, zur unschuldigen Dinnerparty. So oder so ähnlich geht die Prämisse von Olivia Wildes Vier-Personen-Drama „The Invite“, das die Regisseurin aufs köstlichste eskalieren lässt.

Was diese Woche außerdem sehenswert ist, lesen Sie hier.

1 Spider-Man: Brand New Day

Vier Jahre sind vergangen, seit Spider-Man (Tom Holland) ein großes Opfer bringen musste, um das Multiversum zu retten. Der Magier Doctor Strange ließ die Welt vergessen, dass es Peter Parker gibt, jenen jungen Mann, der hinter der Maske des kostümierten Netzschwingers steckt.

Nach dem traumatischen Verlust seiner Tante May (Marisa Tomei), die von Spider-Mans Erzfeind aus einem Paralleluniversum ermordet wurde, entscheidet sich Peter dagegen, MJ (Zendaya), seine große Liebe, und seinen besten Freund Ned (Jacob Batalon) erneut in seine von ständiger Gefahr bedrohte Superheldenexistenz zu ziehen.

Mit reichlich Bitterkeit erledigt ein sozial isolierter Spider-Man dementsprechend seinen selbst auferlegten Job: im Sündenpfuhl New York skurrilen Schurken wie dem Skorpion oder einer Handvoll Ninja-Kämpfern routiniert das Handwerk zu legen. Deutlich mehr Probleme bereitet eine phantomhafte Person, die jeden Menschen kontrollieren und zu Unheil anstiften kann.

Passanten, Cops, sogar ehemalige Avengers werden zu willenlosen Werkzeugen beim Versuch, in hochgesicherte Regierungseinrichtungen einzubrechen und ein geheimnisvolles „V-Max“ zu erbeuten.

Es sind eine Menge Bälle, die Chris McKenna und Erik Sommers, die Drehbuchautoren von „No Way Home“, bei „Spider-Man: Brand New Day“ in die Luft werfen. Und nicht jeder der spinnennetzartigen Erzählfäden wird von Regisseur Destin Daniel Cretton („Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“) vollständig aufgedröselt.

Aber wie sich der nach dem immensen Erfolg von „No Way Home“ (der fast zwei Milliarden Dollar einspielte, weit mehr als jeder andere Superheldenfilm nach „Avengers: Endgame“) entstandene Druck in einer federleichten, rasanten, dabei gleichermaßen humorvollen und von tiefer Melancholie durchzogenen Inszenierung auflöst, ist bewundernswert. (Jörg Wunder)

2 The Invite

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Pedro Almodóvar hat nie einen Hehl aus den biografischen Anteilen seiner Filme gemacht. Aber was ist, wenn der Künstler sich der Schicksale seiner Liebsten bedient?

Der verschachtelte Plot von „Bitteres Fest“ dreht sich um diese moralische Frage. Rául (Leonardo Sbaraglia) schreibt ein Drehbuch, aber die Story der gestressten Werbefilmerin Elsa (Bárbara Lennie) dümpelt vor sich hin.

Bis Assistentin Mónica (Aitana Sánchez-Gijón) dem Autor erzählt, dass der Sohn ihrer Partnerin an einem Tumor gestorben sei und diese einen Selbstmordversuch unternommen habe.

Mit dieser Inspiration nimmt nicht nur Ráuls Film endlich Fahrt auf, sondern auch der von Almodóvar: Denn als Mónica von der Plotwendung erfährt, droht sie Raúl mit Klagen.

Bei Almodóvar sind die Farben immer ein Fest für die Sinne, auch in „Bitteres Fest“ tanzen und explodieren sie förmlich. Aber die Geschichte bleibt seltsam leblos.

Almodóvar scheint mit seiner Kunst des Melodrams dieses Mal weniger ergreifen zu wollen, als uns dessen Mechanik vor Augen zu führen. (Christiane Peitz)

Die vollständige Rezension können Sie hier lesen.

4 Amore und Basta!

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Ein brutaler Überfall auf einen Sicherheitstransport im Nachkriegsfrankreich. Mittendrin: der polnische Flüchtling Jan Bojarski.

Der geniale Fälscher prüft im Blutbad die kostbare Fracht: Papier für Banknoten. Hatte er zuvor Menschen mit falschen Pässen zur Flucht vor den Nazis verholfen, muss er nun seine Fähigkeiten dem organisierten Verbrechen zur Verfügung stellen.

Eigentlich sieht er sich als menschenfreundlichen Erfinder, doch als „Polacke“ ohne Pass habe er keine Chance. Als die Fälscherwerkstatt auffliegt, macht Bojarski auf eigene Faust weiter, gejagt von Kommissar Mattei.

Regisseur Jean-Paul Salomé lässt sich zu viel Zeit, die klassische Beziehung von Jäger und Gejagtem in Gang zu bringen, mit der Besessenheit und dem Wunsch nach Anerkennung zu spielen, die die beiden Männer verbindet.

Was ihm und seinen sympathischen Darsteller:innen mühelos gelingt, ist, die wundervolle Liebesgeschichte zwischen Bojarski und seiner Frau zart und unsentimental mit allen Höhen und Tiefen zu erzählen. Dies ist der wahre Wert dieses Films. (Ingolf Patz)

6 Terminator

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