David Hugendick über das Stottern: „Es ist doch eine Komödie, in der man zwangsläufig mitspielt“

Herr Hugendick, Sie haben ein Buch über Ihr Stottern geschrieben. Es beginnt mit einem Zitat des Schriftstellers Saul Bellow, der gesagt hat, er würde sich statt für das Klagen immer für die Komödie entscheiden. Das deutet auf einen entspannten Umgang mit dem Stottern hin.
Ja, alles andere wäre langweilig, gerade wenn man ein Buch darüber schreibt. Ich hatte mir lange Zeit schon Dinge notiert, die mein Stottern betreffen, gerade wenn es schlimm war. Dann habe ich einmal einer Freundin, die mich direkt auf das Stottern angesprochen hat, davon erzählt, und die hat sich auf nette Weise kaputtgelacht darüber. Es ist in den meisten Fällen so, dass dieses Thema immer auf eine übermäßig betroffene, ernste Art und Weise verhandelt wird, und ich dachte: Es ist doch auch eine Komödie, in der man zwangsläufig mitspielt.