Musikalischer Aufruhr und Frieden: So war die Eröffnung des Jazzfests Berlin

Anthony Braxtons Septett beginnt mit sechs Stimmen – der Meister selbst steht Donnerstagabend am Pult auf der Bühne des Hauses der Berliner Festspiele und dirigiert. Vor ihm die ausladende, über die Pultränder hinausfallende Partitur, zu seiner Rechten ein kleines Mischpult und ein Laptop. Von Anfang an ist es eine Musik, die einerseits aus disparat scheinenden Schichten zu bestehen scheint, Stimmen, die wenig miteinander zu tun haben, außer dass sie in ein und demselben akustischen Raum friedlich koexistieren. Mal tritt die eine in den Vordergrund, mal tut es eine andere – drei Tubas und drei Saxofone, wobei auch Braxton ein Sopran und ein Alt auf dem Boden neben sich bereit stehen hat. Noch.