Russell Crowe als Hermann Göring: Die Trivialität des Blöden, made in Hollywood

„Was werden sie in einigen Jahren über uns sagen?“, fragt der „dicke Mann in der Zelle“ beim Abschied den amerikanischen Psychiater. „Werden sie überhaupt unsere Menschlichkeit anerkennen?“ Dieser Drehbuchsatz vollzieht eine erstaunliche Wendung. Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor James Vanderbilt hat zuvor über zwei Stunden damit verbracht, den zweitwichtigsten Mann im nationalsozialistischen Deutschland, den Vertreter Adolf Hitlers, Urheber der Wannseekonferenz und Reichsmarschall, als charismatischen Scharlatan zu porträtieren. Bei seiner Festnahme weist er die amerikanischen Soldaten an, ihm die Koffer hinterherzutragen.