Bewerbung um Spitzenamt: Mronz: Als DOSB-Chef mehr Einfluss für Olympia in München

IOC-Mitglied Michael Mronz sieht im Fall seiner Wahl zum neuen Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds auch bessere Chancen für die Münchner Olympia-Bewerbung. „Als IOC-Mitglied und Präsident eines nationalen Dachverbandes hat man einen viel kraftvolleren Auftritt in der internationalen Sportwelt“, sagte Mronz in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Deutschland müsse im Rennen um die Sommerspiele jetzt „international einen deutlich stärkeren und präsenteren Auftritt zeigen“, mahnte der 59-Jährige.

Seine Idee bei der Kandidatur um das DOSB-Spitzenamt habe eine nationale und eine internationale Dimension, erklärte Mronz. „Will man diesen Modernisierungs- und Reformprozess im DOSB und will man gleichzeitig die Olympia-Bewerbung international stärken? Das ist die Entscheidung, die der organisierte deutsche Sport jetzt treffen muss“, sagte der Sport-Manager.

Gegenwind hinter den Kulissen

Mronz ist seit drei Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und will nun auch Nachfolger von DOSB-Präsident Thomas Weikert werden, der im Dezember nicht erneut kandidiert. Eine Findungskommission aus dem deutschen Sport hatte Mronz für das Amt vorgeschlagen. Hinter den Kulissen hatte es jedoch einigen Widerstand gegen ein Aufrücken des Geschäftsführers der Aachener Reitturnier GmbH gegeben. Noch bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihr Interesse erklären. 

„Ich will nicht gewählt werden, um einen neuen Titel auf dem Briefkopf zu haben. Sondern weil ich eine Idee habe, hinter der sich auch der deutsche Sport versammelt“, versicherte Mronz in dem Interview. Er betonte: „Wenn man ein bloßes Weiter-so will, dann bin ich der Falsche. Wenn man Entwicklung will, also die Notwendigkeit sieht, dass wir uns als DOSB stärker als Dienstleister für die Säulen des Sports aufstellen müssen, und wenn wir die Interessen des Sports wieder stärker in den Mittelpunkt stellen wollen, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen, dann ist dies mein Angebot.“

Digitalisierung als Olympia-Erbe?

Als einen der Kernpunkte seines Programms nannte er eine starke Olympia-Bewerbung. „Wir sind heute bei der Bewerbung für Sommerspiele so weit, wie wir es seit den Spielen 1972 noch nie waren. Das ist das Ergebnis von gemeinsamen Anstrengungen des deutschen Sports. Trotzdem warne ich davor, leichtsinnig zu sein und das als Selbstläufer zu sehen“, erklärte Mronz.

Olympia in München könne ein Treiber für die Digitalisierung des Landes werden. „Jeder spürt, dass dieses Defizit in unserem Land weiterhin vorhanden ist. Ich hatte in dem Kontext bereits einen Austausch mit Digitalminister Karsten Wildberger“, sagte Mronz.

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