Tricky, Nia Archives, Yard Act, Steve Lacy: Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Musikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor. Diese Woche mit neuen Platten von Tricky, Nia Archives, Yard Act und Steve Lacy.

Tricky: „Different When It’s Silent” (False Idols)

Was kommt heraus, wenn man die sogenannte Trip-Hop-Musik mit den Mitteln einer Rockband zu spielen versucht? Genau das: mittelguter, trauriger Rock. Für einen Künstler wie Tricky aus Bristol, der in den Neunzigern ein eigenes Genre erfunden und einige grenzgeniale Platten gemacht hat, ist es natürlich extrem schwer, gut 30 Jahre später dem alten Donnerruf gerecht zu werden.

Das 15. Album, das er hier vorlegt, ist allerdings über weite Strecken eine besonders trübe, uninspirierte Angelegenheit. 
Joachim Hentschel, Musikjournalist

Nia Archives: „Emotional Junglist” (Island Records)

Gerade mal vor zwei Jahren kam das Debütalbum („Silence is loud”) der Londoner Musikerin Nia Archives raus, das knietief im Jungle- und Drum’n’Bass-Sound der 90er-Jahre steckte.

Auf Album Nr. 2 vertieft die 26-Jährige jetzt ihre Liebe zu poppigen Sounds. Inhaltlich setzt sich Archives mit dem Auf und Ab in der romantischen Liebe auseinander. Falling in and out of love … Elissa Hiersemann, Moderatorin

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Steve Lacy: „Oh yeah“ (Sony Music)

Steve Lacy ist nicht zu fassen. Mit Schlafzimmer-iPhone-Beats für The Internet hat er angefangen, und seitdem auf seinen eigenen Alben noch mehr als The Internet ausgeforscht, wohin der R’n‘B-Sound führen kann.

In die Luf­tig­keit näm­lich, die diese Szene in LA zwi­schen Rap und Jazz mit Thundercat, Kamasi Washington und Kendrick Lamar geschaffen hat. Und auf dem neuen Album noch mehr in die Weiten des Pop und Rock. Immer weiter weg von allen Stereotypen und Begrenzungen, für die sich Steve Lacy ohnehin noch nie interessierte. Vivian Perkovic, Musikjournalistin