Berlins südlichster Popstar: Lucy Kruger: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten
Außerdem für Sie ausgewählt: ein Straßenrapper aus Gropiusstadt, zwei schlaue Pop-„Kids“, Post-Punk mit Sprechgesang, feinster Pianojazz und der Sohn der größten Afropop-Legende.
1 Luvre47

© Dominik Leingartner
David Wnendts Kleinkriminellendrama „Sonne und Beton“ hat 2023 die spröde Stadtrandästhetik der Gropiusstadt kinotauglich gemacht.
Zum Soundtrack steuerte Rapper Luvre47, der in Gropiusstadt aufgewachsen ist und im Film mitspielt, die atmosphärische Sozialskizze „Hinterm Block“ bei, die eine verletzlichere Seite des sonst eher für harten Straßenrap bekannten Künstlers offenbarte.
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© Mitch Stöhring
Offenbar reicht die kulturelle Sogwirkung Berlins um die halbe Welt: Aus dem fast 10.000 Kilometer (Luftlinie!) entfernten Kapstadt hat es Lucy Kruger vor einigen Jahren in die räudige „Arm, aber sexy“-Metropole verschlagen.
Sie klingt nicht annähernd so verloren, wie es der Name ihrer Begleitband vermuten lässt. Im Gegenteil, ihr in tausend Grauschattierungen schimmernder Gothic Pop gewinnt mit jedem Album mehr an Kontur.
„Pale Bloom“ heißt das jüngste Werk, auf dessen mit hypnotischer Langsamkeit malmenden Songs Lucy Kruger manchmal wie eine verschwörerisch wispernde Kusine von Lana Del Rey klingt. (wun)
3 Kasi + Antonius

Kasi, der eigentlich Jakob-Kasimir Herbst heißt und aus Frankfurt am Main stammt, wanzt sich bisweilen etwas zu distanzlos an das Nuschelgerappe von Zartmann heran, mit dem Kasi und Antonius 2025 den schönen Party-Track „Meinen die uns“ veröffentlichten.
Mit ihren ohrwurmtauglichen Hymnen für die Generation Nichterwachsenwerdenwollen dürfte den beiden Mittzwanzigern der Weg an die Spitze der Pop-Nahrungskette offenstehen. (wun)
4 Francesca Tadoi

© Festsaal Kreuzberg/Promo
Das Erbe des Post-Punks ist bei Dry Cleaning mit ihrem an berühmte Vorbilder angelehnten, aber dabei ganz eigenständigen Sound gut aufgehoben.
Das Quartett gründete sich 2017 in London rund um Sängerin Florence Shaw, die genau das gar nicht sein wollte. Selbst das Vorlesen von Songtexten soll sie anfangs Überwindung gekostet haben – eine Zurückhaltung, die in den für Dry Cleaning typischen Spoken-Word-Duktus mündete.
Ihr Debüt „New Long Leg“ erschien 2021 auf dem renommierten Indielabel 4AD. Schon damals fielen Vergleiche mit so legendären Vorreitern wie Joy Division, Wire, Magazine, The Fall und Siouxsie And The Banshees.
Ihr zweites Album „Stumpwork“ erschien nur ein Jahr später, gefolgt von einer Grammy-Auszeichnung sowie Stadionkonzerten im Vorprogramm von Nick Cave and the Bad Seeds.
Album Nummer drei, „Secret Love“, kam im Januar mit zwei Neuerungen daher: Aufgenommen wurde sie teils im Studio von Wilcos Jeff Tweedy in Chicago. Und produziert nicht wie zuvor von John Parish (PJ Harvey, Tracy Chapman), sondern von der Waliserin Cate Le Bon, die sich mit Folk- und Indielieblingen wie Devendra Banhart und Kurt Vile einen Namen machte.
Die Stimme von Florence Shaw steht nun im Soundbild noch weiter vorn, konterkariert die kühlen Bassläufe mit angenehmer Wärme.
Refrains wie den der ersten Single „Hit My Head All Day“ sprechsingt sie immer noch scheinbar stoisch und mit einem Maß an, pardon, trockener (und trockenhumoriger) Aufgeräumtheit.
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© Tosin Wisdom
Eine schwerere familiäre Bürde ist kaum vorstellbar: Olufela Olufemi Anikulapo Kuti, kurz Femi Kuti, wurde 1962 als ältester Sohn von Fela Kuti geboren, dem von zahllosen Legenden umrankten nigerianischen Erfinder und Zeremonienmeister des Afrobeat.
Femi stellte sich dem Vergleich und spielte schon als Teenager Saxofon in Felas Band Egypt 80. Sein eigenes Ensemble The Positive Force gründete er 1986.
Dass er stilistisch in die Fußstapfen seines 1997 verstorbenen Vaters getreten ist, überrascht wenig, wobei Femi immer wieder westliche Popstars wie Macy Gray, Nile Rodgers oder die Rapper Common und Mos Def als Gäste gewinnen konnte.
Auch politisch hat Femi Kuti das Erbe seines Vaters angetreten und agitiert seit Jahrzehnten gegen Korruption und Nepotismus der nigerianischen Elite. (wun)