Verleger Holger Friedrich zu Mathias Döpfner: „Sie versuchen, Herrn Trump zu überzeugen, ich übernehme Moskau und Putin“

Nach einer guten halben Stunde hat Mathias Döpfner seinen Gastgeber zum ersten Mal enttarnt. „Wollen wir jetzt in einen Opferwettbewerb treten?“, fragt der mächtige Verleger von Axel Springer sein Gegenüber Holger Friedrich, der als Verleger der „Berliner Zeitung“ mit neuem ostdeutschem Ableger auch gerne mächtig sein möchte.

Friedrich kann da gar nicht widersprechen und beklagt „Verheerungen in Ostdeutschland allgemein und in meiner Seele“. Angerichtet hätten diese die Westdeutschen, weshalb er es als ostdeutscher Verleger viel schwerer habe: „Gleiche Regeln gelten für uns nicht.“ Dabei muss Friedrich derzeit vor allem die Erfahrung machen, die Döpfner längst hinter sich hat: In einer Demokratie darf man kritisiert werden.

Das Gespräch zwischen zwei Verlegern, die aus unterschiedlichen Perspektiven heraus von sich behaupten, sich um das noch immer nicht vereinte Land zu sorgen, beginnt am Montagabend durchaus kurios mit der eingespielten Titelmusik der einstigen DDR-Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“. Für die Besucherinnen und Besucher des „Theater Ost“ in Ost-Berlin-Adlershof mag das keine Überraschung sein; am Livestream konnte man sich derweil schon fragen, ob eine einstige Propagandasendung ein gescheites Intro für eine Debatte über Demokratie und Medien ist.