Wie erschließt sich ein blinder Mensch den Alltag?: „Überall könnte etwas lauern“

Herr Litterst, Sie haben Ihr Buch „Blind sein“ auch geschrieben, weil Sie die Fragen der sehenden Menschen leid waren. Ich fürchte, ein paar davon kann ich Ihnen nicht ersparen …
Machen Sie sich keine Sorgen. Ich habe das Buch wegen dieser immer gleichen Fragen geschrieben, aber auch weil ich selbst neugierig bin. Es soll bei der Annäherung von Sehenden und Nichtsehenden helfen. Wenn man wie ich blind geboren wurde, ist einem das ja nicht sofort bewusst und man muss sich selbst erst an die Welt der Sehenden annähern. Ich habe mir sie auch mithilfe der Philosophie erschlossen. Von daher weiß ich, dass nicht alles, was wehtut oder vielleicht nervt, per se schlecht ist.