Paul McCartney und Die Toten Hosen: Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Musikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor. Diese Woche mit nur zwei Platten, dafür sehr wichtigen und sehr großen.

Paul McCartney: „The Boys of Dungeon Lane“ (Universal)

Dafür, dass Paul McCartney ständig mit der Vergangenheit konfrontiert wird, weil er sie erfunden hat, als sie noch Zukunft war, spielte sie in seinen Liedern bisher eher eine untergeordnete Rolle. Doch dieses Mal schaut er zurück. Vor allem auf die Zeit vor dem Ruhm, die Jahre der Entbehrungen, der schicksalhaften Härten, aber auch der Freundschaften und Momente der Schönheit, die ihn prägten. Die Zeit danach erzählt die Musik auf „The Boys of Dungeon Lane“, die wie eine Reise durch sein Werk klingt – von Skiffle über Beat, Psychedelia und Wings-Rock bis zu zeitgenössischem Radio-Pop. Maik Brüggemeyer, Rolling Stone

Paul McCartney: „The Boys of Dungeon Lane“ (Universal)

Nun hat Andrew Watt also auch Paul McCartney in seinem Kundenstamm. Der erst 35-jährige US-Produzent hat sich während der vergangenen Jahre als erste Adresse für Classic-Rocker etabliert, die es noch mal wissen wollen. Ozzy Osbourne, Elton John, Iggy Pop und nun schon zum zweiten Mal die Rolling Stones – Watt klettert mit seinen Schützlingen so lange durch deren Vergangenheit, bis sie wieder die Hochplateaus von damals erreichen; dort baut er ihnen dann Bühnen für die Songs aus dem Hier und Jetzt. Wie das klingt, wenn der größte Popstar der Geschichte und der wichtigste Produzent der Gegenwart gemeinsame Sache machen, hören wir auf „The Boys Of Dungeon Lane“, einer „sentimental journey“ durch die Weltkarriere von Sir Paul. Stephan Rehm, Musikexpress

Die Toten Hosen: „Alles muss raus“ (Bonus-Album zu „Trink aus, wir müssen gehen“, JKP)

Traditionell haben die Toten Hosen in ihren diversen Learning-English-Sessions immer wieder ihre liebsten Punkrock- und zuletzt auch Beat-Klassiker gecovert, oft mit deren Urhebern. Das hier ist etwas anderes: „Alles muss raus“ mag vordergründig ein Bonus zum neuen, angeblich letzten Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen“ sein, ist in Wahrheit aber ein zentraler Baustein des geplanten Abschieds vom Popgeschäft der Band mit Statement-Charakter.

Wir hören 25 Versionen mehr oder weniger bekannter Lieder der unterschiedlichsten Genres im typischen Hosen-Stil. In dem solchermaßen zustande gekommenen eklektischen Mix mit Gästen wie Blixa Bargeld, The Specials, Marteria sowie – wer hätte es gedacht?– Vicky Leandros verbirgt sich, so könnte man das deuten, die wahre musikalische DNA dieser Band, die natürlich längst einiges mehr ist als eine reine Punktruppe.

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